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"Völlig losgelöst" im Pfadfinderlager 

Von Gaby Eggert
10.8.2019 Schermbeck/Rhens. Freitagmorgen viertel nach acht auf dem Jugendzeltplatz in Rhens/Rheinland Pfalz. Stille liegt über dem Zeltlager der Schermbecker Pfadfinder.

Nur leichter Kaffeeduft strömt aus dem Küchenzelt. Frank Gaede und Markus Hindricksen haben dort schon Blödellaune, wie man hört.
55 Kinder und Jugendliche, sowie 20 feste Betreuer erleben hier eine totale Entschleunigung. Die Kids merken, dass es auch ein abwechslungsreiches Leben jenseits von Handy und elektronischem Spielzeug gibt.
Halb neun ertönt die Glocke. Langsam aber sicher kommen die Pfadis aus ihren Zelten, teilweise mit gaaanz kleinen Augen. Sie treffen sich zur Morgenrunde, um sich einen schönen gemeinsamen Tag zu wünschen und kurz dafür Gottes Segen zu erbitten.



Dann gibts Frühstück. Jede Gruppe in ihrer selbst gebauten Essgruppe. Die Abwechslung auf den Tabletts ist ganz nett. Müsli, Brot, Wurst, Käse, Schokocreme, sowie Paprika, Tomate und Gurke „Das Grünzeug wollten die Kinder gern“, erzählt Frank Gaede, der seit vielen Jahren im Ferienlager den Kochlöffel schwingt und gern auf Wünsche eingeht- seit zwei Jahren gemeinsam mit Markus Hindricksen. Beide sind seit mehr als 30 Jahren Pfadfinder, mittlerweile sind auch die eigenen Kinder in der Organisation.

Möglichst umweltbewusst geht’s übrigens in der Küche zu. Nach Möglichkeit werden die Lebensmittel frisch im Ort eingekauft und auf eingeschweißte und folierte Produkte verzichtet. Der Kaffee, die Schokocreme und Bananen sind aus dem Fairtrade Handel.
Auch Markus Kirstein lässt seit 30 Jahren nach Möglichkeit kein Ferienlager aus- ist Pfadfinder aus Leidenschaft. Genau wie die anderen 20 Besucher die im Laufe der Ferientage ihre Kluft wieder anziehen und für eins/zwei Tage nach Rhens reisen, um hier Lagerluft zu schnuppern- sowie Gitarrenmusik und Lagerfeuer zu genießen.


Nach dem Frühstück haben die Jungen und Mädchen „Freizeit“, bis auf den Spüldienst der abwechselnd geleistet werden muss. Nach und nach laufen sie zur Dusche – manche Eltern wird’s freuen- das ganz freiwillig. Und offensichtlich auch gut gelaunt, denn aus dem Waschhaus singt ein junger Mann lautstark und in Endlosschleife Peter Schillings „Völlig losgelöst“.
Das Ferienlager hat keine Einbußen durch die Turbulenzen um die ehemalige Stammesleiterin erfahren, berichtet Stammesleiter Manuel Schmidt. „Wir sind offen mit der Problematik umgegangen und haben einiges verändert“, berichtet er. Die Barkasse wurde mittlerweile abgeschafft- ein Kassierer ist nun für die Finanzen zuständig, die im vier Augenprinzip kontrolliert werde. Auch einen Revisor der immer wieder auf die Zahlen schaut, gibt es berichtete er.

Die Veränderungen im Zeltlagerleben, die eingeführt wurden, nennt er normal. „Stillstand ist Rückschritt“ lautet die Devise. Auch die Vorschriften für den Umgang mit Verletzungen habe sich verändert. Konnte in früheren Zeiten eine Beule mit einem Eisbeutel behandelt werden, müsse heute der RTW gerufen werden. So wurde beim Ernährungsplan auch auf unterschiedliche Allergien geachtet. Vegetarische Gerichte sind selbstverständlich. „Sieben Stunden haben wir über dem Plan gebrütet“, erzählt Kochlöffelschwinger Markus Hindricksen, der für die Zeit in jedem Jahr einen Teil seines Jahresurlaubs nimmt.
Die Zeltlagerküche ist übrigens auch ein Ort an dem die Jungen und Mädchen ihre Sorgen abladen. Hindricksen hats noch nicht ganz zu Ende erzählt, da kommt auch schon ein Mädchen angelaufen und berichtet von ihrem Frust. Nach ein paar aufbauenden Worten hat sie sich abgeregt und  flitzt wieder los.
„Immer wieder entspannt“, nennt Frank Gaede die Situation im Lager, er habe von Berufs wegen mit anstrengenderen Jugendlichen zu tun, berichtet er lachend. Und wenn es dann mal schwierig werden sollte, haben die Verantwortlichen im Lager in ihm gleich einen Fachmann greifbar.
Gegen 11 Uhr steht wieder das gruppenweise gemeinsame Basteln fürs Ritterspiel, welches sich wie ein roter Faden durchs Lagerleben zieht, auf dem Programm. Um 13 Uhr gibt es Mittagessen. Vorher findet ein Gottesdienst mit Pfarrer Honermann statt, der am Freitag das Lager besuchte.

 

 


Nach der Essensverteilung erklingt an den Tischen lautstark von den Gruppenleitern das Kommando 6 und die Kinder rufen lautstark: “Das Essen schmeckt sehr lecker“ (oder so ähnlich) „Danke“ schallt es aus der Küche zurück für, das positive Echo. Fünf Sterne haben sie von vielen Pfadis auch in schriftlicher Form erhalten. Denn die Kinder können sich im Lager untereinander Briefe schreiben. Dafür wurde ein gelber Briefkasten aufgestellt, der einmal am Tag geleert und am anderen Morgen dann an die Adressaten verteilt wird. „Auch das ist neu, wie einige andere Lageraktivitäten,“ erklärt Lagerleiter Manuel Schmidt. In den Vorjahren habe sich manches an Lagerspielen wiederholt. „Das haben wir geändert, denn für die Kinder und Jugendlichen die jedes Jahr mitfahren, wird das auf Dauer ja langweilig“, begründet Schmidt die Veränderung.
Bis 15 Uhr haben die Ferienlagermitglieder wieder Freizeit und dann wird zum Ritterspiel gerufen. Gegen 21.30 Uhr sollte dann so etwas wie Bettzeit sein und Ruhe im Lager einkehren. Theroretisch.
Am Samstag starteten die Pfadis zur Nachtwanderung, bei dem der „Rhein in Flammen“ betrachtet werden konnte und dann naht auch schon der Höhepunkt des Lagerlebens der „Haik“, der altersgemäß durchgeführt wird. Dafür schnüren die Pfadis ihre Wanderschuhe, packen ihren Rucksack und gehen von Montag bis Dienstagnachmittag auf ihren Orientierungslauf. Die Rover- also die ältesten ab 16 Jahre- müssen dabei ihren Weg allein finden. „Meist endet der Lauf für die Rover noch mit einer Spaßaktion“, so Manuel Schmidt. Und am Samstag ist die schöne Zeit dann auch schon wieder zu Ende- dann geht es mit einem Rucksack voll toller Erlebnisse wieder heim.

Fotoeindrücke gibts hier:

https://schermbeck-grenzenlos.de/index.php/fotos/impressionen-aus-dem-pfadfinderlager-fotos-gaby-eggert

 

 

 

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