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"Made in Schermbeck": Brennende Lederjacke von Sänger Wincent Weiss

Von Julian Schäpertöns
9.1.2020 Schermbeck. Für einen feurigen Auftrag des Schermbecker Stuntman Nikolai Mohr fertigte die Schneidermeisterin Gerda Krentz eine ganz besondere Jacke an

Schermbeck. Dass sich Schermbecker gegenseitig unterstützen zeigt eine Geschichte, die sich Ende des vergangenen Jahres zugetragen hat. „Gerda hat mir richtig den Arsch gerettet“, sagt der 32-jährige Stuntman Nikolai Mohr heute. Am Anfang stehen ein Anruf, ein deutscher Superstar und ein feuriger Auftrag, der schlaflose Nächte bereitet…

Alles fängt mit einem Anruf bei Stuntman Nikolai Mohr an. Dieser solle sehr spontan nach Bottrop kommen. „Es ginge um einen Sänger, der für seine Bühnenshow brennen möchte“, erzählt Nikolai Mohr. Mehr weiß er zu diesem Zeitpunkt nicht. In Bottrop angekommen erwartet ihn Popsänger Wincent Weiss („Musik sein“, „Feuerwerk“). Dieser probt hier für seine neue Tournee, die bald starten soll und auf der er bei einem Song in Flammen stehen möchte.
Mit Feuer kennt sich Nikolai Mohr aus. Schon unzählige Male stand der Schermbecker selbst in Flammen. Als Stuntkoordinator und mit seiner Firma „Youstunt concepts“ gibt er sein Know-How auch an andere weiter, zum Beispiel in Workshops. „Die Herausforderung war diesmal aber, dass es auf der Bühne sehr schnell gehen muss und es trotzdem für den Sänger sicher ist“, erklärt Nikolai Mohr.
Viel Zeit, um sich mehrere Schichten Schutzkleidung anzuziehen, bleibt nicht. Also überlegt sich Nikolai, eine spezielle Lederjacke anzufertigen, die Wincent Weiss nur überziehen muss und deren Ärmel auf Knopfdruck anfangen können zu brennen. Das Problem: die Tour startet in nur sechs Tagen. Bis dahin muss alles fertig sein.
„Das war richtig knapp“, erinnert sich Nikolai. Eine Lederjacke findet er auf dem Flohmarkt. Doch diese muss komplett umgenäht werden, damit sie feuerfest wird. Er wendet sich an Gerda Krentz von der Schneiderei „Gedis Maß-Schneiderei“ an der Mittelstraße. „Ich wusste erst gar nicht, was er von mir wollte“, berichtet die Schneidermeisterin. Doch sie nimmt den Auftrag an.

In wenigen Tagen muss Nikolai alle feuerfesten Materialien besorgen, sowie die Pyrotechnik und Verkabelung, die in der Jacke integriert werden soll. Gerda Krentz nimmt in einer Nachtschicht die komplette Jacke auseinander und ersetzt alle brennbaren Materialien durch feuerfeste. „Es war sehr stressig“, so die Schneidermeisterin. „Aber Herausforderungen sind die besten Arbeiten.“
Circa zwölf Stunden Arbeitszeit stecken in der fertigen Jacke. „Das ist der Vorteil, wenn man in Schermbeck wohnt. Da kann sowas schnell umgesetzt werden“, freut sich Nikolai.
Mehrere Kilos wiegt das angefertigte Kleidungsstück – und auf den ersten Blick sieht sie wie eine ganz normale Jacke aus. „Die Optik musste auch stimmen. Schließlich sollte es einen Überraschungseffekt geben und das Publikum sollte die Jacke nicht sofort als Pyrojacke erkennen“, erklärt der Stuntman.
Rechtzeitig zum ersten Konzert der Tour ist die Lederjacke fertig. Nikolai fährt damit nach Nürnberg und testet bei der Generalprobe die Jacke mit Wincent Weiss. Dann geht es für den jungen Musiker auf die Bühne. Bei dem Song „Weck mich nicht auf“ zieht er sie an. Und gegen Ende entzünden sich für circa 20 Sekunden die Ärmel. Der Effekt funktioniert und die brennende Jacke überrascht das Publikum.



14 Konzerte absolviert Wincent Weiss mit der brennenden Jacke „Made in Schermbeck“. Für den Stuntman war dies ein besonderes und außergewöhnliches Projekt – aber sicherlich nicht das letzte dieser Art. Und auch für die Schneiderin war dieser Auftrag alles andere als alltäglich. Aber gemeinsam haben sie es trotz Zeitdrucks geschafft und einen Superstar glücklich gemacht.

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