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Home of Hope: Auszubildende nähen Schutzmasken

21.4.2020 Schermbeck. Gudrun Gerwien berichtet: Mit Schrecken erfuhren wir Ende März von 2 Corona Patienten in Sierra Leone.

Was eine Ausbreitung des Virus in SL bedeutet, hat die Ebola Epidemie 2014 – 2016 gezeigt. Das Gesundheitswesen ist mehr denn schlecht, in ganz Sierra Leone gibt es etwa 80 Krankenhäuser, darunter 17 staatliche, für 7,65 Millionen Einwohner.
Medizinisches Equipment ist so gut wie nicht vorhanden, von Beatmungsgeräten in SL haben wir noch nie gehört. Tendenziell fehlt es an Medikamenten, Verbandsmaterialien, einfach an allem. Auf ca. 50.000 Patienten kommt ein Arzt. Pro 10.000 Einwohner stehen nur vier Krankenhausbetten zur Verfügung.

Aus Ebola gelernt, hat das Land nach Bekanntwerden zunächst eine 3-tätige komplette Ausgangssperre verhängt. Inzwischen gilt ein Verbot, den Wohndistrikt zu verlassen, um bei Ausbrechen des Virus sofort den ganzen Bezirk unter Quarantäne stellen zu können.

Jeder, der aus einem Land mit mindestens 50 Fällen einreist, wird vor Weiterreise in den eigenen Distrikt 14 Tage lang isoliert. Beamte führen Kontrollen durch.

Alusine Sawaneh, er will Arzt werden, macht derzeit ein Praktikum in einem Krankenhaus in Port Lokoh und Ibrahim Koroma, er studiert Bachelor of Arts in Community development, zwei junge Männer, die seit der ersten Stunde, d.h. inzwischen 12 Jahre von GAGU betreut werden, haben nicht nur die Kinder und Mitarbeiter des HOME OF HOPE über Hygienemaßnahmen aufgeklärt, sondern arbeiten mit in einem Programm namens Saving lives II, das in den Dörfern entsprechend Aufklärungsarbeit leistet.

In unserer Ausbildungsschneiderei werden derzeit Schutzmasken genäht. Diese sollen zunächst Ärzten, Pflegern und Schwestern zur Verfügung gestellt werden und wir streben an, den Bedarf dort abzudecken, wo er sich als dringend nötig erweist.

Unsere Kinder und Mitarbeiter sind bereits ausgestattet. Eine Handwaschstation ist eingerichtet. Wir hoffen und beten, dass sich das Virus in SL nicht so massiv ausbreitet. Und wir hoffen und beten, falls doch, dass HOME OF HOPE wie bei Ebola ohne Verluste durch die Zeit kommt.

Gerade rechtzeitig vor der District-Sperre konnten unsere neuen Patenkinder Titi und Fatima als auch Andrew und Victor ins HOME OF HOPE einziehen. Dort sind sie auf jeden Fall sicherer als in den Camps oder Slums. Wir warten noch auf die Genehmigung, dass auch die beiden Mädchen Isento und Zainab trotz der Sperre ins HOME OF HOPE umsiedeln dürfen.

Aber dann sind da noch die vielen Familien, die wir betreuen. Sie leben eh am untersten Limit, so, wie kein Mensch leben sollte und schon gar keine Kinder. Wer je ein sterbendes Kind im Arm gehalten hat, der fragt nie wieder nach Nationalität, Hautfarbe oder Religion. Da sieht man nur mehr ein kleines Menschenkind, von Gott gewollt, von den Menschen verraten.

Mitte Mai beginnt die Regenzeit.

Wenn das Virus in die Slums und Camps kommt, dann mögen sich Gottes schützenden Arme ausbreiten.

Gudrun Gerwien
GAGU ZWERGENHILFE

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