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Lebensmittel vor der Tonne retten und fair verteilen

Von Julian Schäpertöns
3.5.2020 Dorsten. Jeden Tag werden in deutschen Supermärkten Tonnen an Lebensmitteln weggeschmissen. Lebensmittel, die eigentlich noch verzehrbar sind.

Seit anderthalb Jahren kämpft die Dorstenerin Nicky Johannsen in ihrer Heimatstadt dafür, dass nicht mehr ganz so viel in der Tonne landet.
„Foodsharing“ nennt sich das Konzept. Nach dem Abitur lernt die junge Dorstenerin bei ihrem Work-and-Travel Aufenthalt in Australien Menschen kennen, die nachts mit Taschenlampen und Handschuhen bewaffnet in Müllcontainern von Supermärkten nach Lebensmitteln fischen, die noch essbar sind und diese anschließend verteilen.
Das Ganze ist natürlich nicht ganz legal und würde in Deutschland als Diebstahl und Hausfriedensbruch bestraft werden. Doch die Idee, noch gute Lebensmittel zu retten, lässt sie zurück in Deutschland nicht mehr los. Während ihres Studiums stößt sie auf das Konzept „Foodsharing“. Dabei werden nicht Lebensmitteln aus Tonnen gefischt, sondern in Absprache mit Märkten die abgelaufenen Lebensmittel abgeholt, bevor diese weggeschmissen werden.


Zunächst hilft Nicky Johannsen ein Jahr bei den Foodsavern in Marl mit aus, ehe sie zusammen mit ihrer Familie beschließt, dieses Konzept auch in Dorsten umzusetzen. Sie wendet sich an die Dorstener Tafeln, um die Lebensmittel, die dort nicht mehr verkauft werden dürfen, einzusammeln, um diese zu verschenken. „Das hat am Anfang einiges an Überzeugungskraft gekostet“, erinnert sich die 24-Jährige.
Seit dem 6. Dezember 2018 befüllen sie und ihr 20-köpfiges Team einen kleinen Raum am Holzplatz 19 in Hervest, den sogenannten „Fair-Teiler“. Normalerweise werden jeweils dienstags und freitags Touren zu den Tafeln gemacht, um die abgelaufenen Lebensmittel abzuholen. Jetzt in der Corona-Zeit fahren die ehrenamtlichen Helfer täglich selbst die Supermärkte wie Edeka-Honsel, Penny oder Kaufland an, da die Tafeln in ihre Arbeit pausieren.
Lebensmittel mitnehmen kann jeder, egal ob arm oder reich. Und das sogar rund um die Uhr. Mitgenommen werden können die vorhandenen Lebensmittel in haushaltsüblichen Mengen. „Wir haben ein Auge darauf, dass die Sachen fair verteilt werden“, so Fairteiler-Helfer Sebastian Neike. „Schokolade zum Beispiel geben wir einzeln raus, damit nicht einer alles mitnimmt.“


Auch wenn die Lebensmittel schon abgelaufen sind, können diese in den meisten Fällen noch länger ohne Probleme gegessen werden. „Dabei sollen die Menschen aber ihre Sinne einschalten und sich die Sachen vorher ansehen und dran riechen“, empfiehlt Nicky Johannsen. Denn eine Garantie, dass alles noch genießbar ist, kann sie nicht geben.
Von den Menschen erfahren die Foodsaver für ihre ehrenamtliche Arbeit viel Dankbarkeit. „Die Tage hat uns zum Beispiel jemand einen Kuchen vorbeigebracht“, erzählt Nicky Johannsen. Für die hauptberufliche Pferdewirtin ist das ehrenamtliche Engagement eine Herzensangelegenheit, auch wenn es für sie oft ein großer Kraftakt ist. „Ohne die Unterstützung meiner Familie und dem tollen Team würde das nicht funktionieren.“
Für die Zukunft möchte Nicky Johannsen gerne einen weiteren „Fair-Teiler“ eröffnen. Dafür werden aber erstmal noch mehr Helfer und Kooperationspartner benötigt. Außerdem würden sie gerne Lebensmittelgeschäfte in Schermbeck anfahren. Bisher bekommen sie nur Waren vom Biohof Deiters.
Wer selbst Interesse hat, bei den Foodsavern ehrenamtlich mit anzupacken, kann sich per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

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