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Pfarrer Klaus Honermann: Mein Leben in Schermbeck

22.5.2020 Schermbeck. Am 28. Juni wird Pfarrer Klaus Honermann aus dem Dienst als Pfarrer der Ludgerus Gemeinde in einem Hochamt verabschiedet.

Eine seiner privaten Leidenschaften ist neben dem Malen und Fotografieren auch das Schreiben.
Heute beschreibt er sein Leben in der Ludgerusgemeinde.

Ich bin seit Pfingsten 2007 in der St.Ludgerus-Pfarrei als Seelsorger tätig. Es ist die längste Zeit meines Lebens, wo ich an einem Ort lebe. Und so ist es selbstverständlich, dass in all den Jahren das Gefühl gewachsen ist: hier bin ich gut aufgehoben. Wir haben ein Team, das gut zusammenarbeitet. Neben Xavier Muppala und Birgit Gerhards gehören auch unsere Diakone dazu: Karl Hasslinghaus und Ekkehard Liesmann, der seit einiger Zeit im Ruhestand ist, und ihre Ehefrauen. Gerne denke ich auch an Heinz und Elfriede Böhnke, die so lange für unsere Pfarrei da gewesen sind. Dann war in den ersten Jahren P. Antony hier.


Kirchenvorstand und Pfarreirat, die beiden Leitungsgremien sind eindeutige Aktivposten. Alle wichtigen Entwicklungen, wie zuletzt der Zukunftsplan (Pastoralplan) der Pfarrei sind wesentlich von ihnen ausgegangen und getragen worden. Und dies in einem sehr guten Miteinander.
Dazu vielfältige Aktivitäten der Verbände von Kolping über KAB, kfd und Landfrauen, der Chöre, Jugendgruppen und Senioren. Für dieses einvernehmliche Miteinander bin ich sehr dankbar.

Eine Pfarrei, um die mich viele Kollegen beneiden.

 


Warum also aufhören? Vor einiger Zeit die Entscheidung gereift, mit 68 Jahren in einen gewissen Ruhestand zu gehen. „Gewisser“ Ruhestand deshalb, weil ich in Xanten und Umgebung weiterhin für Gottesdienste zur Verfügung stehe. In diesem Zusammenhang kann ich dann sozusagen ehrenamtlich daran mitwirken, dass Kirche als lebendig erfahren wird.

Und Kirche ist dann lebendig, wenn Christus spürbar unter uns ist. Das war vor der Corona-Krise so, das ist mit „Corona“ so und auch darüber hinaus.
In den letzten Monaten ist mir das sehr deutlich geworden. Auch wenn die Gottesdienste lange nicht mit der Gemeinde gefeiert werden konnten – jetzt geht es Gott-sei-Dank wieder in eingeschränktem Maße – die Gegenwart Gottes ist nicht darauf beschränkt.

 


„Corona“ war und ist und wird eine Heraus-Forderung sein. Ohne die Probleme klein zu reden – es bleibt sehr viel Gemeindeleben und konkretes Miteinander auf der Strecke – es ist auch viel Kreativität gewachsen. So sind z.B. Briefe an 3 Jahrgänge von Kommunionfamilien verschickt worden mit Materialien oder ein Brief an 400 Mitglieder der kfd mit Symbolen. Wir haben jetzt eine Kamera-Anlage in der Kirche, durch welche wir unsere Gottesdienste übertragen können und so auch ältere Gemeindemitglieder teilnehmen lassen können. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Wenn ich zurückblicke auf die 13 Jahre, so kommen natürlich viele Erinnerungen.
Als ich an Pfingsten 2007 mit der Kutsche abgeholt wurde und Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter neben mit saß, da war mir klar: hier in Schermbeck gehen die Uhren anders.


Wo gibt s schon „Schlopi-Rennen“ und Klumpen-Schützenfest. Bei „Kilian“ saß ich dann immer wieder in der Kutsche und konnte 2 Schützenfeste auf einmal erleben. Wenn ich Ernst-Christoph Grüter und Mike Rexforth denke, dann bin ich dankbar für eine sehr vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle des Lebensortes Schermbeck. Die gemeinsame Bücherei ist ein Ausdruck davon.

Vertrauensvolles Zusammenleben gibt es auch in ökumenischer Hinsicht. Die gemeinsamen Gottesdienste an Pfingsten und die regelmäßigen Zusammenkünfte der Seelsorger sind Beispiele dafür, ebenso wie das Doppelkopf-Spiel mit Ehepaar Bornebusch und meinem Vorgänger Franz-Gerd Stenneken.

Dass es „selbstverständlich“ war, während der 11-monatigen Renovierungsphase unserer Ludgerus-Kirche im Jahr 2011 in der Georgskirche geschwisterlich zu Gast sein zu dürfen, ist ein Beleg für die gute Beziehung. Die anderen Gottesdienste feierten wir im Marienheim, einem lebendigen und wichtigen Ort unseres Gemeindelebens. Die Messe dort am Dienstag war immer in einer familiären Atmosphäre, wo die Bewohner und Andere aus der Pfarrei sich begegneten. Die Franziskaner-Schwestern mussten sich verabschieden. Und nun ist auch der Leiter Klaus Optenhövel im Ruhestand, der sich und das Marienheim immer als Teil unserer Gemeinde verstand. Die Überschreibung des Marienheims und von Haus Kilian, das vor kurzem 25-jähriges Jubiläum hatte, an die CBT-Marl in Form von Erbpacht-Verträgen ist ein Abschluss, über den unser Kirchenvorstand ganz froh ist.
In den Jahren 2014/15 konnten wir das 100-jährige Jubiläum der Ludgerus-Kirche mit vielen Veranstaltungen feiern.

 


Wenn ich eben die Renovierung unserer Ludgerus-Kirche erwähnte, so schreibe ich dies nicht mir auf die Fahne, sondern es war das Werk eines gemeinsamen Ausschusses von Pfarreirat und Kirchen-vorstand unter der hervorragenden Begleitung durch die Architekten Feja & Kemper. Natürlich hat mir das gestalterische Element sehr viel Freude bereitet.
Gestalten und künstlerisches Schaffen spricht mich immer wieder an. So bin ich sehr dankbar für die Möglichkeiten, die uns Künstler*innen wie Regina Schumachers und andere mit ihren Werken gaben, unseren Kirchenraum und die Gottesdienste „sprechen“ zu lassen.

Dass ich selbst gerne fotografiere und male, ist wohl ein offenes Geheimnis. Darin erfahre ich mich als lebendig und kann dadurch meditieren. Ich freue mich, dafür demnächst mehr Zeit zu haben.
Kunst in der Form von Musik durfte ich in den 13 Jahren in Schermbeck in reichem Maße genießen:
Von den Orchestermessen über Kapelle Einklang bis hin zu Solo-Darbietungen auf der Trompete.

Die beiden Kitas der Pfarrei, St. Ludgerus und St. Kilian, sind Orte, wo Kinder und Familien Leben erleben und spielerisch erlernen. Eben auch Familienzentrum. Auch da durfte ich das 40-jährige und 50-jährige Jubiläum miterleben.


Dass die freiwillige Feuerwehr nicht nur eine kommunale Aufgabe ist, sondern durch ihre Mitglieder eng mit der Pfarrei verbunden ist, auch das ist nicht selbstverständlich.
Dazu kommt eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort mit den Leitern Jessica Steigerwald und Norbert Hohmann.

Bei einem solchen Rückblick werden leicht die sog. Highlights aufgezählt. Dabei spielt sich das Leben eines Seelsorgers hauptsächlich im Alltag ab mit seinen Begegnungen auf der Straße, bei Tauf-gesprächen und Hochzeitsvorbereitungen, bei Trauergesprächen und den Sitzungen in verschieden Gremien. Und das war und ist mir das Wichtigste: Seelsorger zu sein. Ich bin sehr dankbar für das vielfältige Vertrauen, das mit entgegen gebracht worden ist.

„Kirche leben“ über den Radius der Pfarrei hinaus: das war möglich durch unsere Partnerschaft mit San Cristobal – eine kostbare Perle im Leben von St. Ludgerus. Das Dasein als Dechant für das Dekanat Wesel und die Mitwirkung im Caritasrat des Dekanates waren Möglichkeiten, auch andere kirchliche Wirklichkeiten kennen zu lernen.

Der Missbrauchsskandal der ganzen Kirche überschattet das Kirchenleben in den letzten Jahren; vor allem das Leben derjenigen, die davon betroffen sind. Das prägt auch schmerzhaft meine Kirchenerfahrung der letzten Jahre.

 Es gab und gibt im Leben einer Pfarrei selbstverständlich auch Schmerzhaftes; Kommunikation, die nicht gelungen ist; Verletzungen. Für meinen Anteil daran möchte ich aufrichtig um Verzeihung bitten.

Wenn mich jemand fragt, wie es mir mit der anstehenden Veränderung in meinem Leben geht, so sage ich: Natürlich ist es ein Loslassen von einem so bedeutenden Lebensabschnitt, wo so viel geschehen ist an Begegnungen, Erfahrungen und Gestaltungsmöglichkeit. Auf der anderen Seite freue ich mich auch auf eine Zukunft, in der es mehr freie Zeit und weniger Druck gibt. Dann kann ich mit dem E-bike den Niederrhein erkunden.


Zu mir gehört ganz wesentlich die Zugehörigkeit zur Fokolar-Bewegung, die seit 1970 mit der Spiritualität der Einheit mein Leben geprägt hat. Wöchentlich treffe ich mich mit meinem Priesterkreis.

Dass jetzt kein Abschiedsfest gefeiert werden kann, ist zwar sehr schade. Aber es gibt zahleiche Menschen, die haben echte Probleme zurzeit.
Bei der Abschiedsmesse am 28. Juni um 10.30 Uhr können leider wegen der geringen Plätze nur diejenigen teilnehmen, welche eine Platzkarte haben. Sie wird jedoch live im Internet übertragen. Die Messen um18 Uhr und 8.30 Uhr sind die gleichen, ohne die offiziellen Ansprachen.
Wenn es im kommenden Jahr mal wieder möglich ist, werden wir sicher einen ordentlichen Frühschoppen nachfeiern.

 

Klaus Honermann

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