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Jusos Kreis Wesel zur Verabschiedung des Nahverkehrsplans

17.7.2017 Kreis Wesel (pd). Der vom Kreistag beschlossene Nahverkehrsplan stößt bei den Jusos Kreis Wesel auf Kritik.

Besonders das Pochen auf die Wirtschaftlichkeit des Nahverkehrs bringe keine substanziellen Verbesserungen für junge Menschen im Kreisgebiet mit sich.

 

„Mit dem neuen Nahverkehrsplan bleibt vieles beim Alten. Eine deutliche Verbesserung des ÖPNV-Angebots ist damit nicht zu erwarten. Gerade junge Menschen bleiben durch das „Weiter-So“ und die Kürzungseuphorie auf der Strecke“, kritisiert Benedikt Lechtenberg, Vorsitzender der Jusos im Kreis Wesel. Verwundert sind die Jusos auch über die Schnelligkeit mit der der Plan verabschiedet wurde. Erst Anfang Juni sei er vorgestellt worden. Das ließe kaum Zeit für konstruktive Debatten über Verbesserungsvorschläge. Stattdessen schien der Wunsch seitens des Kreises bestanden zu haben, den Plan möglichst schnell beschließen zu lassen.

Der CDU-Vorschlag im Kreistag, dass sich Kommunen mit der eingesparten Kreisumlage doch eigene Sonderwünsche erfüllen könnten, ruft bei den Jusos außerdem Kritik hervor. „Für die CDU sind gute ÖPNV-Angebote offenbar schon Sonderwünsche geworden. Stimmige Wirtschaftszahlen haben bei den Christdemokraten anscheinend Vorrang gegenüber Bürgerinteressen und lebenswerten Städten und Dörfern mit gutem Mobilitätsangebot. Wer aber künftig wieder lange auf den nächsten Bus wartet, den dürfte es wenig befriedigen, dass der ÖPNV wirtschaftlich ist“, so Lechtenberg weiter. Auch den Jubel über die Privatisierung der Verkehrsbetriebe seitens der CDU sehen die Jusos kritisch. Die rigorose Wirtschaftsperspektive auf die Mobilität im Kreis Wesel bringe keine besseren Angebote mit sich. Stattdessen stünden vereinzelt auch Kürzungen an, beklagen die Jusos.

Die Mobilitätsfrage im Kreis Wesel sei eine Zukunftsfrage, erklären die Jusos. An dieser wollen die Jusos auch weiterarbeiten und sich nicht vom Beschluss des Nahverkehrsplans entmutigen lassen. „Ein gutes, bezahlbares und ökologisches Mobilitätsangebot für die Menschen im Kreis Wesel muss das Ziel der weiteren Verkehrsplanung sein. Dabei müsste das Augenmerk stärker auf den sogenannten Modal Split, also der Nutzung verschiedener Verkehrsmittel, gelegt werden“, schlagen die stellvertretenden Juso-Vorsitzenden Hannah Bollig und Ellen Weiland vor. Möglichkeiten zum praktischen Wechsel zwischen Fahrrad, Auto oder Bus wären daher weiter zu fördern. Außerdem müssten flexible Angebote für Abend- und Wochenendfahrten für Jugendliche gestärkt werden.

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