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LINKE Kreisfraktion Wesel für umlagefinanzierten ÖPNV

15.9.2017 Kreis Wesel (pd). Mit einem Plädoyer für einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs hat sich Die Linke Fraktion eingemischt.

Man müsse sich doch fragen, warum die Nutzerzahlen in Wesel zurückgehen, während sie im ganzen VRR Gebiet steigen. Besonders die Verzahnung der verschiedenen Verkehrsmittel und eventuell geändertes Wegeverhalten müsse man unter die Lupe nehmen, ehe man einfach Angebote streicht.

 

„Wir stellen die falschen Fragen. Wenn 100 Leute pro Woche eine Strecke mit dem Bus fahren, dann würden die vielleicht in zwei, drei Busse passen. Aber wenn wir nur drei Busse in der Woche fahren lassen, dann fahren da auch keine hundert Leute mehr. Die Frage muss nicht lauten, wieviele Busse brauchen wir für eine bestimmte Zahl Menschen, sondern wie können wir den Nahverkehr so anbieten, dass er möglichst viel genutzt wird“, sagt Fraktionsvorsitzender Sascha H. Wagner.

Anruf-Sammel-Taxis, wie jetzt in Wesel diskutiert, sind für Die Linke nur als Ergänzung denkbar, nicht aber als Ersatz für reguläre Buslinien. Kein Argument ist es für DIE LINKE, dass der Kreis dann für die Stadt Wesel vorübergehend höhere Zuschüsse zahlen müsste. Auch in anderen Teilen des Kreises gäbe es Finanzierungsbedarf. Etwa in Dinslaken für den Weiterbetrieb der Linie 903. Wenn man den Nahverkehr langfristig verbessern wolle, müsse man das hinnehmen.

„Ab kommendem Montag wird die A3 zwischen Wesel und Hamminkeln gesperrt. Und im Herbst 2018 wird dort die Fahrbahn erneuert. Da wird man merken, wie schön es wäre, auf einen gut ausgebauten Nahverkehr umsteigen zu können“ ergänzt Karin Pohl, verkehrspolitische Sprecherin der Linken Fraktion im Kreistag.

Nach Einschätzung der Linken arbeitet der Nahverkehr nirgendwo in Deutschland wirklich kostendeckend. Ob mit ÖPNV Umlage oder mit Querfinanzierung wie bei der Niag: Der Nahverkehr koste Geld. Er sei aber auch Geld wert. Er schone Straßen und Umwelt und ermögliche auch Menschen Mobilität, die sich kein Auto leisten können oder wollen.

Die Linke plädiert langfristig dafür, den öffentlichen Nahverkehr komplett über Umlagen zu finanzieren. Die Nutzung wäre für den Einzelnen dann ohne Ticket und ohne Bezahlung für die einzelne Fahrt möglich.

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