Forscher sahnen Preise ab

von Julian Schäpertöns
18.4.2018 Schermbeck. Um Papier zu gewinnen werden jährlich Millionen Hektar Wald abgeholzt. Die Folgen für unser Klima sind auch den Schülern Paula Lensing (15), Max Beemelmans (16) und Cornelius Baetz (16) bewusst. Darum haben sie sich Gedanken gemacht: Wie kann man Papier ökologischer herstellen? Die Gruppe hat eine Lösung gefunden – und wurde dafür beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ ausgezeichnet. Stolz halten die Zehntklässler ihr „Blatt Papier 2.0“ in den Händen. Mehrere Monate haben sie daran geforscht. Bereits im vergangenen Schuljahr haben die Schüler an einer neuen Papierherstellung gearbeitet. Aus Laub, Altpapier und Speisestärke haben sie ein neuartiges Papier entwickelt, dass schon 2017 mit dem ersten Platz bei „Jugend forscht“ ausgezeichnet wurde. „In diesem Jahr haben wir unser Projekt weiterentwickelt und wollten es noch ökologischer machen, indem wir auf Altpapier verzichten“, berichtet Max Beemelmans. Viele Stunden investierte die Gruppe in die Forschung. Die Herausforderung dabei war es, eine Alternative für das Altpapier zu finden. Gar nicht mal so leicht. „Ein halbes Jahr haben wir sogar keine positiven Fortschritte gemacht. Erst kurz vor dem Wettbewerb im Februar sind wir fertig geworden“, berichtet Cornelius Baetz. Entstanden ist ein umweltfreundliches Papier, das zum Beispiel als Verpackungsmaterial für Pakete genutzt werden kann.



Der Aufwand hat sich gelohnt. Sie erhielten beim Regionalwettbewerb den dritten Platz in der Kategorie Biologie und den Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“. „Damit haben wir nicht gerechnet, aber wir haben uns sehr gefreut“, sagt Cornelius Baetz. Und auch das Bundesumweltamt wird aufmerksam auf die jungen Forscher. „Jemand hat sich bei mir gemeldet. Er würde sich gerne mal mit euch zusammen setzen“, erzählt Schulleiter Norbert Hohmann den stolzen Schülern. Wer weiß – vielleicht kommt das ökologische Papier bald in der Praxis zum Einsatz?


Doch auch andere Schülergruppen überzeugten mit ihren Präsentationen bei „Jugend forscht“. „Ich bin jedes Jahr erneut überrascht, was für tolle Ergebnisse vorgestellt werden“, ist Schulleiter Norbert Hohmann zufrieden. Insgesamt 13 Projekte von 30 Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 nahmen am Wettbewerb teil. Betreut wurden sie dabei von den Lehrern Bianca Sadowski und Pascal Gohr. „Das schöne daran ist, dass wir keinen Lehrplan für die Projekte haben. Die Schüler können erforschen, was sie interessiert“, berichtet die Bio- und Chemielehrerin. In dem sogenannten Ergänzungsstundenfach starten die Schüler nach den Sommerferien mit der Themenfindung. „Das geht bei manchen schneller, andere brauchen etwas länger“, so Bianca Sadowski. Im Herbst muss dann das Thema stehen. Dann heißt es forschen, experimentieren und schließlich präsentieren. „Wir sind sehr stolz, wie toll alle Schüler das beim Regionalwettbewerb gemacht haben und sich den kritischen Fragen der Jury gestellt haben“, sagt Bianca Sadowski.

Neben dem Projekt „Blatt Papier 2.0“ sind zwei weitere Projekte besonders hervorzuheben, die ausgezeichnet wurden. So hat Finn Kleine-Brockhoff mit einem Obstbeutel, der mehrfach verwendbar ist, die Jury überzeugen können. Sein neuartiger „Knotenbeutel“ soll das Müllvolumen reduzieren und kann recycelt werden. So soll beim Einkauf im Supermarkt auf ein Einwegplastiktüten verzichten werden. Selbst der Discounter LIDL habe schon Interesse an seinem Projekt gezeigt, so der 16 jährige Schüler. Bei „Jugend forscht“gab es den zweiten Platz in der Kategorie Arbeitswelt. Weitere Preisträger kommen aus der Jahrgangsstufe 9. Joshua Coners, Jan Kohlenbrenner und Erik-Elias Grasedieck konnten mit ihrem Projekt „LEGO: Hilfe im Alltag?“ überzeugen und erhielten einen MINT-REgio-Gutschein. Der ganze Kurs darf einen Ausflug ins Schülerlabor Bochum machen.
Jugend forscht ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb. Ziel ist es, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu finden und zu fördern. Pro Jahr gibt es bundesweit mehr als 110 Wettbewerbe und mehrere tausend Teilnehmer.

Fotos: Julian Schäpertöns

 

 


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