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Herr Söder und die Kreuze – oder: Bayrischer Etikettenschwindel

25.4.2018 Schermbeck. Pfarrer Klaus Honermann zur Entscheidung der bayrischen Landesregierung in allen Behörden Bayerns Kreuze aufzuhängen. In allen Behörden der bayrischen Staatsverwaltung sollen nun auf Anordnung von Ministerpräsident Söder Kreuze aufgehängt werden. Wenn jemand meint, dies sei ein Glaubensbekenntnis – so hat er sich getäuscht. Kein religiöses Symbol des Christentums, sondern ein „Bekenntnis zur Identität“ und „kulturellen Prägung Bayerns“ – so Söder. Da frage ich mich:
1. Für wie blöd hält Hr. Söder Muslime, dass sie auf diesen Etikettenschwindel hereinfallen? Wenn in einer 100-prozentigen Bienenwachskerze nur Stearin drin ist, ist es auch keine Bienenwachskerze.

2. Wie „christlich“ ist eigentlich der christliche Glaube des Herrn Söder? Jesus Christus ist nicht am Kreuz gestorben, um dem bayrischen Freistaat ein Identitätsmerkmal zu liefern. Apropos Identität und Bekenntnis – im 10. Kapitel des Matthäus-Evangeliums sagt Jesus:
„Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ Und das 2. der 10 Gebote lautet: „Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen.“ Auch und erst recht nicht für politische Zwecke.

3. Ich hätte einen Vorschlag für die sog. Christlich Demokratische Union: alle Mitglieder sollten Kreuze im Ohrläppchen als Modeschmuck tragen – sie müssten allerdings, um Missverständnissen vorzubeugen, darauf achten, dass es im richtigen Ohrläppchen hängt.

Nein. Mal im Ernst! Gerade weil ich als Christ dem gekreuzigten Christus zutiefst dankbar bin, verwahre ich mich gegen eine solche Verharmlosung und Vereinnahmung. Da ist mir ein Muslim, der seinen Glauben ernsthaft und ohne Gewalt lebt, sehr viel näher als ein „christlicher“ Ministerpräsident. Vielleicht bin ich ja auch nicht genug „bayrisch geprägt“.

Klaus Honermann, Pfarrer

 

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