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Jusos Kreis Wesel: „Armut ist kein Randphänomen“

Von Benedikt Lechtenberg
18.6.2018 Kreis Wesel. Die Jusos Kreis Wesel haben am Sonntag, den 10. Juni, in Rheinberg das Thema Armut in Deutschland nach vorne gestellt. Horst Vöge, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK NRW, hielt ein Input-Referat und diskutierte anschließend mit der SPD-Jugend über Herausforderungen und Lösungen in der Sozialpolitik. Im Kreis Wesel ist die Kinderarmut zuletzt angestiegen.

„Der Mensch lebt nicht vom Pfand allein“ war auf dem Titelbild zu lesen, mit dem Horst Vöge seinen Vortrag im Rheinberger SPD-Büro eröffnete. Ursachen, Dimensionen und aktuelle Zahlen zum Thema Armut hatte der Kreis- und Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK mitgebracht. Rund 16 Millionen Menschen in Deutschland seien laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2016 von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen gewesen, berichtete Vöge. Eine alleinlebende Person mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von 1.064 Euro läge bereits an der Schwelle zur Armutsgefährdung. Auch im Kreis Wesel spiele Armut eine Rolle. Rund 11.000 Kinder und Jugendliche leben in Familien, die Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II beziehen, erklärte Vöge mit Verweis auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

„Armut ist kein Randphänomen und schon gar nichts zum Klein- oder Schönreden. Trotz Wirtschaftswachstum und niedriger Arbeitslosigkeit gehören Verzicht, Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit zum Alltag vieler Menschen in unserem Land. Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben sind dadurch massiv eingeschränkt“, erklärt Benedikt Lechtenberg, Vorsitzender der Jusos Kreis Wesel aus Hünxe. Gemeinsam mit Horst Vöge und interessierten Gästen diskutierten die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten über das Thema. Eine große Herausforderung sehen die Jusos unter anderem für Frauen und alleinerziehende Mütter. „Wer seine Kinder alleine erzieht, droht schnell in Armut zu geraten. Diejenigen, die Vollzeit arbeiten, müssen Ihre Kinder in die Ganztagsbetreuung geben. Dafür fallen teilweise hohe Kosten an, insbesondere, wenn mehr als ein Kind betreut werden muss. Hinzu kommt die Doppelbelastung aus Arbeit und Erziehung“, sagt die stellvertretende Juso-Vorsitzende Nadine Milewski aus Hamminkeln.

Für die SPD-Jugend sei die Armutslage in Deutschland unhaltbar und ungerecht. Auf allen politischen Ebenen müsse deshalb aktiv Armut bekämpft und Selbstbestimmung gestärkt werden. Kostenlose Mahlzeiten an Schulen sei ein Schritt in die richtige Richtung, um der Kinder- und Jugendarmut zu begegnen. Junge Familien benötigen außerdem mehr Information und Unterstützung, um sich früh um die Altersversorgung zu kümmern. Kommunen müssten zudem stärker die Sozialpolitik für sich entdecken und zum Beispiel Sozialwohnungen schaffen, die nicht in Randlagen zur Ausgrenzung beitragen. Die Jusos Kreis Wesel wollen sich weiter mit dem Themenfeld beschäftigen und sich innerhalb der SPD für die Bekämpfung der Armut einsetzen.

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