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Demografischer Wandel – Scholte-Reh: Nachbarschaftsberatung leistet wichtige Arbeit

2.7.2018 Hünxe. „Wir alle wollen auch im Alter ein gutes und selbstständiges Leben führen." Dafür brauchen wir nicht nur eine versorgungsnahe Infrastruktur, sondern außerdem eine aktive und sorgende Dorfgemeinschaft. Die Nachbarschaftsberatung leistet dazu schon heute einen wesentlichen Beitrag", erklärt Jan Scholte-Reh, SPD-Vorsitzender in Hünxe. Im Gespräch mit Martina Renz, Koordinatorin der Nachbarschaftsberatung, erfuhren die Sozialdemokraten alles über deren Tätigkeit und diskutierten über die Herausforderungen des demografischen Wandels.
Die von der Europäischen Union (LEADER) geförderte Nachbarschaftsberatung will für seniorenrelevante Themen sensibilisieren sowie ältere Menschen in der Gemeinde unterstützen, ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu führen. Dafür baut Martina Renz bereits seit 2013 mit geschulten ehrenamtlichen Nachbarschaftsberatern ein Hilfsnetzwerk auf. „Wir brauchen den menschlichen Kontakt zueinander und müssen auch diejenigen Senioren erreichen, die alleine in ihren Wohnungen leben“, so Scholte-Reh. Dabei gehe es insbesondere um jene Menschen, die nicht ausreichend in der eigenen Nachbarschaft, in den Vereinen und anderen Netzwerken eingebunden sind. „Bei der Nachbarschaftsberatung sind Menschen füreinander im Einsatz. Es erinnert an die sorgende Dorfgemeinschaft, in der man aufeinander achtet und sich gegenseitig hilft“, lobt Scholte-Reh. Die Nachbarschaftsberatung erfüllt in erster Linie eine Lotsenfunktion zu professionellen Dienstleistern. Sie ersetzt diese nicht. Auf diese Weise konnte bereits 265 Menschen in den vergangenen fünf Jahren geholfen werden, wie Martina Renz den Sozialdemokraten berichtete. Davon seien 90 Prozent Seniorinnen und Senioren.
Hünxe gilt bereits heute als eine der am meisten alternden Gemeinden im Kreis Wesel. Mehr als die Hälfte der Menschen in Hünxe ist älter als 50 und rund ein Viertel ist älter als 64. Gerade im ländlichen Raum ist der demografische Wandel mit besonderen Herausforderungen verbunden. Ältere Menschen, die gesundheitlich oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, benötigten eine versorgungsnahe Umgebung. Dazu gehörten vor allem ein fußläufig erreichbarer Nahversorger sowie soziale und medizinische Dienstleister. Auch das Wohnen müsse sich ändern. „Wir brauchen eine gezielte Dorfentwicklung, um der wandelnden Altersstruktur zu begegnen. Dabei müssen wir jedoch alle Generationen im Blick haben“, fordert der Hünxer SPD-Chef. „Das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) schafft hierfür eine Grundlage.“
Besorgniserregend sei die Angebotslücke von ambulanten Pflegediensten. Diese sei der in den letzten Jahren gestiegenen Nachfrage geschuldet, welche von den bestehenden Dienstleistern noch nicht abgedeckt werden könne. Scholte-Reh: „Es darf nicht sein, dass für Pflegebedürftige in entlegeneren Ortsteilen keine ambulante Pflege garantiert werden kann. Politik und Gesellschaft müssen hierfür Voraussetzungen schaffen.“
Trotzdem dürfe man den demografischen Wandel nicht nur als Problem begreifen. „Die deutlich gestiegene Lebenserwartung und -qualität ist ein Segen unserer Zeit. An der Stelle eines ‚Ruhestandes‘ ist längst ein vierter Lebensabschnitt getreten. Für Seniorinnen und Senioren eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten für ihre Lebensgestaltung. Nicht wenige davon bringen ihre Erfahrungen und ihre Tatkraft im Ehrenamt ein“, schließt Scholte-Reh.

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