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Erntedankfest der Kreisbauernschaft im Begegnungszentrum

26.9.2018 Schermbeck (geg). Redner aus den Bereichen Landwirtschaft, Politik und Kirche thematisierten anlässlich des Erntedankfestes der Kreisbauernschaft unterschiedliche Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen. Der Tenor des Erntedankfestes der Kreisbauernschaft Wesel war eindeutig: “Wir brauchen keine Dürrehilfen, wir brauchen vernünftige Preise, um schwierige Situationen wie wir sie dieses Jahr erlebt haben, auffangen zu können,“ das war die Botschaft des Sprechers der Interessengemeinschaft Schermbecker Landwirte und Gastgeber Rainer Kremer an die Politik. Gut 200 Gäste fanden am Dienstagabend den Weg zum Erntedankfest ins Begegnungszentrum, des Rathauses Schermbeck. Die Tanzgruppe des Heimatvereins Wesel, sorgte in den Rednerpausen mit ihren Tänzen für Unterhaltung.
Das vergangene Jahr gestaltete sich im Kreis Wesel wettertechnisch unterschiedlich. Während in Moers Capellen die nötigen drei Regenschauer für die Getreideproduktion zur rechten Zeit fielen, machten die Landwirte in Hamminkeln lange Gesichter. „Das war kein gutes Jahr aber wir sind zufrieden, sagte der Vertreter der Junglandwirte Matthias Meiwes. Die 180 Kühe im Milchviehbetrieb von Jessica Krebbing erhalten hingegen aufgrund der anhaltenden Dürre gestrecktes Futter, da die Maisernte nicht ergiebig genug war. „Das ist so als wenn sie Pommes mit Knäckebrot strecken“, verdeutlichte die Landwirtin.


Demut sei das Wort zum Erntedankfest, was die derzeitige Situation der Ernte beschreibe. „Unter Demut verstehen wir mit der Einsicht leben zu müssen, natürliche Gegebenheiten, insbesondere aus der Natur, nicht beeinflussen zu können, sondern ergeben hinzunehmen haben“, so Wilhelm Neu, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, der diese Veranstaltung auch als politischen Aschermittwoch sieht. Es war seine letzte Rede zum Erntedankfest, denn Neu gehe im Oktober aus gesundheitlichen Gründen, in den Ruhestand. Neu kritisierte, dass der Versuch unternommen werde, den Landwirten die Verantwortung für den Klimawandel in die Schuhe zu schieben. Der Anteil an dem Ausstoß der klimarelevanten Gase betrage in ganz NRW aber nur 2,4 Prozent. „Wir Landwirte haben unsere Verantwortung längst erkannt und haben im Deutschen Bauernverband eine eigene Strategie entwickelt“, sagte der Vorsitzende. Neue Techniken und bodennahe Ausbringung von Wirtschaftsdüngern sollen unter anderem etabliert und Fruchtfolgen erweitert werden. Es sei aber auch erforderlich, dass die Landwirte in die Lage versetzt werden aus eigener Kraft schwierige Situationen wie die Dürre dieses Jahr, oder das Frostereignis aus dem Jahr 2017, zu überstehen. Versicherungslösungen und neue Züchtungsmethoden können helfen. Und: “Pflanzen schützen, heißt Ernten zu sichern“. Hierfür brauche es einen verlässlichen politischen Rahmen, der auf objektiven wissenschaftlichen Kriterien beruht und nicht dem Mainstream folge.
Zu den Kritikpunkten in seiner Rede gehörte auch der Kampf des Lebensmittelhandels, der den Landwirten Produktionsbedingungen und Preise diktiere. In anderen Ländern hingegen säßen Landwirte bei den Preisverhandlungen mit am Tisch.


Beim Blick auf Kreisebene berichtete Wilhelm Neu, dass die Lippevereinbarung unterzeichnet sei, die allerdings noch durch einen Zusatz ergänzt werden müsse, damit die Ergebnisse der Beeinträchtigung bei der Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Nutzflächen durch Gutachter, vom Lippeverband auch anerkannt werde. Von der Kreisverwaltung erwarte die Kreisbauernschaft bei Problemen mit der Tierhaltung oder der JGS Anlagenverordnungen ein Vorgehen mit Augenmaß. Neu berichtete dass die Informationsveranstaltung der Kreisbauernschaft für Politiker zur Gülleproblematik sehr erfolgreich verlaufen wäre und deshalb weitere Infoabende folgen sollen. Zum Fachwissen der Politiker meinte Neu auch: “Der Umgang der großen Politik mit den Problemen der Ferkelerzeugung spottet jeder Beschreibung“. Die aktuelle Entscheidung bezüglich der Kastrationen könne für viele Sauenhalter das Ende bedeuten.
Wenn die Landwirte auch viele Probleme haben, Matthias Meiwes, der Sprecher der Junglandwirte betonte in seinem Schlusswort: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. Es ist für uns Junglandwirte der beste Beruf und wir sind stolz und dankbar Landwirte sein zu können“.

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