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Konzert oder Gottesdienst?

29.12.2018 Schermbeck. PM von Pfarrer Klaus Honermann. Am 2. Weihnachtstag feierten wir in der Ludgerus-Kirche einen festlichen Gottesdienst.

Der Kirchenchor sang mit Unterstützung der Essener Philharmonie ganz hervorragend zur Freude aller Gottesdienst-Teilnehmer (welche übrigens nicht einfach „Zuhörer“ sind, sondern im Beten und Singen aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer.)
Aber: die Feier des Martyrers Stephanus war KEIN KONZERT, wie in eingien Medien zu lesen war!
Auch andere Medien gebrauchten und gebrauchen ständig diesen Begriff, wenn es einen besonderen musikalischen Beitrag in einem Gottesdienst geht.
Liturgie ist keine gefällige Rahmenveranstaltung für ein Konzert! Sicher, in dem Artikel war zu lesen, dass die Musik die Funktion hat, zum Lobe Gottes zu erklingen. Aber kommen Konzert-Besucher zum Lobe Gottes? Und es war zu lesen, dass Saint-Saens Texte aus der Bibel vertont hat. Dennoch: die Mitte der Feier wurde im Artikel zur Randnotiz.
In der Messe feiern wir, dass Jesus Christus sich selbst schenkt: in seinem Wort und im Sakrament des Brotes, der Kommunion. Die Feier, dass GOTT sich uns in der Messe schenkt, ist die Mitte und der Grund. Ohne diesen GRUND gäbe es die Kirchenmusik nicht. Liturgie ist kein Rahmen für Musik. Es ist genau umgekehrt.
Dass die hervorragende Musik für einen Teil der Teilnehmer die Motivation ist, den Gottesdienst zu „besuchen“, ist nachvollziehbar. Dass wieder einmal die Wertigkeiten im Artikel umgedreht werden, stimmt mich traurig, weil Gott – gewiss ohne Absicht – zum Nebensatz gerät.
Ist das nicht theologische Haarspalterei? Muss man so „pingelig“ sein? Wenn von 400 Personen nur 10 sich an dem Begriff Konzert stören, dann ist es doch nicht so schlimm, könnte jemand einwenden. Kann man sich nicht einfach darüber freuen, dass die Musik so viele Menschen erfreut hat?
Natürlich überwiegt die Freude über eine große Teilnahme, und dass Menschen von geistlicher Musik berührt werden.
Aber wenn GOTT und Gottes-Dienst es uns nicht wert sind, dass wir in angemessener Weise davon sprechen – wann ist es dann wichtig, angemessene Worte zu gebrauchen?
Ich weiß: Jeder Vergleich hinkt. Aber: Wenn vor einem Fußballspiel und in der Halbzeit-pause z.B. Helene Fischer singen würde, käme es niemandem in den Sinn, nicht vom Spiel zu berichten und den Toren, sondern 95 % von Helene Fischer.
Begriffe und Namen sind nicht einfach „Schall und Rauch“. Worte prägen Bewusstsein und steuern das Handeln. Im Johannes-Evangelium heißt es: „Im Anfang war das WORT – und das Wort ist Fleisch geworden.“
Durch eine Berichterstattung, in der das Wort KONZERT prägend ist, wird eine gesellschaftliche Tendenz verstärkt, christliche Inhalte nebensächlich werden zu lassen und zu entleeren. Der „Weihnachtsmann“ hat – ausgehend vom kapitalistischen Geschäftsbewusstsein – das Christkind ersetzt (im kommunistischen Russland wurde übrigens bewusst der Name Christi durch „Väterchen Frost“ ersetzt). Christi Himmelfahrt ist zum „Vatertag“ geworden. Eine Kirche wird bei Hochzeitsvorbereitungen als „location“ bezeichnet – genau wie ein Restaurant, wo hinterher gefeiert wird. In der DDR wurde der Engel eine „Geflügelte Jahresendfigur“. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung hat im Gruß zu den Festtagen das Wort „Weihnachten“ weg gelassen. Das ist Anbiederung an Menschen, die nicht an Christus glauben, und keine Integration. Integration ist nicht die Verleugnung eigener Identität und der kleinste gemeinsame Nenner.
Und nun wird ein Gottesdienst zu einem „Konzert der Extraklasse“. Das ist sicher wertschätzend gemeint, aber dennoch falsch.
Es gibt den Einwand, mit einer Stellungnahme wie dieser nichts zu bewirken. Aber geringe Erfolgsaussichten ändern nichts an Verantwortung. Wenn wir immer sagen: Da kann man ja sowieso nichts ändern, dann ändert sich auch nichts. Ich möchte nichts anderes, als meinen kleinen Beitrag leisten mit der Hoffnung, dass bei dem einen oder der anderen das Bewusstsein dafür geweckt wird, dass es uns um GOTT geht.
Apropos: „Geflügelte Jahresendfigur“. Ich wünsche allen ein gesegnetes Jahr 2019, das im Zeichen des Friedens stehen möge, den Christus gebracht hat.
Klaus Honermann

 

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