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Alle Jahre wieder in Gahlen: Wurstjagen

2.2.2019 Gahlen (geg). Jetzt geht sie wieder los die fröhliche Wurstjägerzeit. In Dorsten Hardt laufen die jungen Mänenr an diesem Samstag, es folgen Besten, Östrich und dann Gahlen Dorf, Bruch und Heisterkamp.


Wenn Rico Isselhorst in Besten oder Karsten Ruloff im Heisterkamp auf der Quetschkommode das „Muss i denn zum Städele hinaus" singen, wissen die Männer auf den Wirtschaftswegen am Samstagmorgen irgendwo in Gahlen, es geht weiter und „Korn ist vorn", denn die Wurstjäger sind wieder unterwegs.
Für alle Nichtschermbecker ist das sicher eine merkwürdige Angelegenheit, die immer in den drei Wochen vor Karneval stattfindet. Für die Junggesellen in Gahlen und Östrich und der Hardt das (Be)wahren einer beliebten Tradition.


Schon vor mehr als 100 Jahren zogen die Junggesellen im Februar, wenn auf den Höfen Ruhe einkehrte, durch die Bauernschaft. Sie kletterten über Hecken und Zäune und überwanden auch tiefste Gräben, um Würste für das traditionelle Essen zu „erbetteln“. Manchmal – oder eigentlich war es auch Sinn des Unterfangens-wurde bei dieser fröhlichen Wurstjagd und dem anschließenden Fest ein zartes Band der Liebe geknüpft. Bauer sucht Frau eben.
Begonnen wird die Tradition am jeweiligen Freitagabend mit dem gemeinsamen Kartoffelschälen der Mädels. Dazu werden jungen Damen von den Junggesellen im Vorfeld  einzeln besucht und persönlich eingeladen.  Die Neulinge müssen sich beim Kartoffeln schälen, jedem Mädchen einzeln vorstellen und mit ihnen ein geistiges Getränk trinken.


Am anderen Morgen gegen halb sieben treffen sich die Herren der Schöpfung, um die Jagd zu beginnen- oftmals nach eienr sehr kurzen Nachtruhe.
Und dann laufen sie und laufen und laufen- so weit die Füße tragen- mit Schnapsgriese und Quetschkommode und im Dorf mit rollender Musikbox.
Und ja, es gibt Gahlener, die bereits um sieben Uhr die Tür öffnen und auch einen Korn trinken. „Ich habe schon auf euch gewartet" heißt es oftmals von den Bewohnern, die die Jungs natürlich schon aus vorherigen Jahren kennen. Hier und da hängen auch mal Würste in Tüten an der Haustür, wenn die Bewohner noch schlafen.


In den meisten Familien freuen sich die Gahlener über den Besuch der Jungs, besonders die Herren der Schöpfung die früher selbst mitgelaufen sind und deshalb gern Dönekes aufwärmen. Denn mit 30 Jahren oder mit der Hochzeit ist Schluss.
Unterwegs werden die Junggesellen auf ihrem "schweren" Gang von einigen Familien mit Frühstück und einem deftigen Mittagessen versorgt. Liebevoll gedeckte Tische warten immer auf die jungen Männer, die sich glücklich darüber zeigen, herzhaft zugreifen zu können. Besondere Freude kommt besonders bei der älteren Mitbürgerschaft auf, wenn sie jemanden lange nicht gesehen haben. Apropos sehen. Wussten Sie lieber Leser, dass es Dunkelbesten und Hellbesten gibt? Also Dunkelbesten ist am Ende des Kuhweges. Und warum? „Wie es hier nur zwei Straßenlaternen gibt", so etwas erfährt man auf der Tour. In Hellbesten- der eigentlichen Siedlung. gebe es eben mehrere Straßenlaternen.

 

Die Tradition in Besten unterscheidet sich übrigens etwas von der in den anderen Ortsteilen. Denn in diesem Ortsteil werden auch die Frauen verwöhnt. Am Sonntag heißt es immer: „Mädchen holen". Per Los werden die Jungs und Mädchen bei der samstäglichen Party dafür zusammengeführt, wobei die teilnehmenden Mädchen bis zum Moment in dem es an der Haustür klingelt nicht wissen, wer davorsteht. Und: Manchmal sind es auch zwei Damen, die einer der Jungs ausführen muss, denn in Besten gibt es mehr unverheiratete Frauen als unverheiratete Männer im Verein. Nach Kaffee und Kuchen, werden die Mädels dann von den entsprechenden Herren am Abend zum Essen ausgeführt.
Teilnehmen an der Tour dürfen alle jungen Männer ab 16 Jahren. Aber diese besitzen „Welpenschutz“- will heißen -sie dürfen höchstens mal am Korn riechen. Darauf wird streng geachtet.


Am Abend treffen sie sich dann zur gemeinsamen Party für Jung und Alt dann wieder. Dann gibt’s Sauerkraut, Püree und die Würste, die tagsüber eingesammelt wurden- Bier natürlich Korn, Musik und Tanz. Die Mädels sorgen zwischendurch für den Transport der Gaben in die Gaststätten, damit diese für den Abend entsprechend verarbeitet werden können.
Besten und Östrich feiern im Saal Schult, die „Dörfer“ aufgrund der Menge der Gäste, die in jedem Jahr kommen,  in diesem Jahr zum ersten Mal im Saal des Cafe Holtkamp.

 

 

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