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Abitur 2021 im Zeichen von Corona

Von Gaby Eggert
30.3.2021 Schermbeck.  Jugendliche, die in diesem Jahr ihr Abitur machen haben eines mit Sicherheit gelernt: flexibel zu sein und Hoffnung zu haben.
Paula Lensing (18J) und Max Beemelmans (19J) stehen vor den Abiklausuren an der Gesamtschule Schermbeck und setzen sich jetzt oft mit der Frage auseinander, ob das was sie gelernt haben, eigentlich auch für die Prüfungen reicht. „Wenn uns auch die Lehrer immer wieder ermutigen und uns unterstützen wo es nur geht“, sagen sie unisono und betonen ihre Dankbarkeit dafür.

Als sie im letzten Jahr die Verzweiflung vieler Schüler des Abiturjahrgangs vor ihren Prüfungen erlebten, haben sie nicht im Entferntesten daran gedacht, dass sie ein viel turbulenteres Schuljahr erleben würden: Unterricht in Distanz, Präsenz oder gar nicht, ohne und mit Maske, in Lerngruppen, abgesagte Jahrgangsfahrten und den Abschluss dann wohl ohne Feierlichkeiten, Ballkleid und Anzug. Max Beemelmans erzählt, dass er wohl damit gerechnet habe, dass die gemeinsame Fahrt der 85 Schüler*innen ausfällt, aber das sei es schon gewesen.

Wie er sich fühlt „Ich bin frustriert und enttäuscht“, sagt er. Klar werde untereinander das Thema Abitur diskutiert, aber: “Es ist klar, dass die Politik nicht auf unsere Bedürfnisse eingeht, sondern das macht was sie medial gut verkaufen kann.“

Paula wollte im letzten Jahr im Mai den TMS oder „Medizinertest“ machen, da sie ein Medizinstudium nach einer Bundeswehrzeit von einem Jahr geplant hatte. Der Test wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, so dass sie sich entschloss nun ein freiwilliges soziales Jahr auf der Jugendburg Gemen zu absolvieren. Das Interrail Ticket welches sie sich kaufen wollte, hat sie auch gecancelt. „Europa bereisen geht ja nicht, deswegen wandere ich jetzt zwei Wochen mit meinem Vater über den Rothaarsteig“.

Max Beemelmans wird Forstwirtschaft studieren. Die einzige Frage die ihn beschäftigt,  ist, ob er das als duales Studium absolviert. „Niemand weiß ja wie ein Studium aussieht, wenn das tatsächlich nur online stattfindet wie derzeit, kann ich zumindest praktische Erfahrungen sammeln.“ Und er setzt sich auch mit der Frage auseinander wie das erste Semester wohl sein wird, denn die sozialen Kontakte zu anderen Studenten fallen, wenn es schlecht läuft, weiterhin weg, Hilfestellungen und Zusammenkünfte mit älteren Studenten gebe es auch nicht. Der Schüler wollte nach dem Abitur für einige Zeit seinen Bruder in Schottland besuchen“. Fällt ins Wasser, dank Corona,“ sagt er.

Was Paula und Max auf jeden Fall machen, ist nach dem Abitur zuhause ausziehen. „Das Leben zuhause ohne soziale Kontakte, ohne Freizeitaktivtäten, ohne Partys und nur mit der Familie ist ganz schön anstrengend“, erzählen sie lachend.

Derzeit bereiten sie sich intensiv auf ihre Abiklausuren vor und arbeiten den vergangenen Stoff nochmal auf. Auf der einen Seite fehlt ihnen der Austausch untereinander in den Kursen, oder spontan den/die Lehrer*in um Hilfe zu bitten, auf der anderen Seite würde das gemeinsame Onlinelernen auch eine ganze Menge bringen. Paula erzählt „Wenn man sich persönlich zum Lernen trifft, hat man doch mehr zu quatschen“. Als Abiturjahrgang zusammengewachsen, das wären sie im letzten Jahr auch nicht. Paula erzählt „Wir hatten ja keine Möglichkeit uns wirklich näher zu kommen, haben alle unseren festen Freundeskreis und das war es“.

Die Vorklausuren sind mittlerweile gelaufen und das wohl ganz gut. Auf ihre Mottowoche mussten sie allerdings verzichten- sind stattdessen an zwei Tagen – die einen vormittags, die anderen nachmittags- in Oktoberfestkleidung in den Unterricht gekommen um zumindest etwas das „feeling“ des Besonderen zu spüren. Doch: “Die fröhliche Ausgelassenheit, die Streiche, die Partys, die Klassen besuchen und Spiele mit den jüngeren Schüler*innen zu organisieren, all das fiel ins Wasser“.

Wie die Zeugnisübergabe stattfinden kann, ist noch nicht geklärt. Das Autokino wie im letzten Jahr,  fällt als Veranstaltungsort aus. „Wir müssen 250 Personen irgendwie -und wo unterbringen, aber wir haben mehrere Optionen die wir derzeit prüfen“, berichten Paula und Max. Der Worst Case für sie wäre natürlich, dass sie das mit wenigen Personen in der Aula stattfinden muss und dann gestreamt werde. Aber sie haben es ja gelernt Hoffnung zu haben.
Falls keine Feier stattfinden kann, werde das eingenommene Geld gespendet, denn: “Die Feier verschieben, das klappt eh nicht“, sagt Max und berichtet, dass das der Abijahrgang des letzten Jahres versucht hat und ihr Fest nun auch in diesem Jahr nicht feiern kann.“

Was sich die Abiturienten für die Zukunft wünschen: Das soziale Leben zurück, Sicherheit, eine Perspektive und dass dieses Abitur nicht belächelt, sondern gewürdigt wird. Denn: “Das verlangt uns mehr ab. als jedem Abiturienten vorher,“ versichern die Beiden.

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