Auf einen Kaffee mit Dennis Nappenfeld

Dennis Nappenfeld ist quasi in der Gaststätte seiner Eltern groß geworden. „Ich hab hier laufen gelernt“, erzählt er. Vor zwei Jahren hat er den Betrieb  gemeinsam mit seiner Frau Veronika übernommen. Eine Entscheidung die das Paar relativ spät getroffen hat, denn „Mit 20 wollte ich raus aus Schermbeck, das war mir zu eng“, erzählt Dennis Nappenfeld. Mit 30 kam er zurück.

Eine Berufswahl zu treffen, das fiel ihm nach der Schulzeit nicht so leicht, doch schnell wusste er aufgrund von verschiedenen Praktika im Handwerk was er nicht werden wollte.
„Mir schwebte ein Beruf vor, in dem ich Handwerker, Kaufmann und Künstler sein kann“. So lag es nahe eine Ausbildung zum Koch zu beginnen. Diese absolvierte er im Restaurant „Kleines Fachwerk“ im Haus Nordendorf in Lembeck.  
Berufliche Erfahrungen sammelte er im Steigenberger Grandhotel Petersberg in Königswinter. Dort, wo sich große Staatsmänner und gekrönte Häupter die Klinke in die Hand gaben.


Als die Bundeswehr rief, wurde er bei der Marine zum Smutje in der Kombüse. „Das war schon schräg“, erinnert er sich. Zwei Quadratmeter Arbeitsfläche und keine vernünftigen Kühl- und Lagermöglichkeiten waren immer wieder eine große und spannende  Herausforderung. Er erzählt: „Mittags trafen sich die Marineköche am Kai, wurden zu Netzwerkern  und organisierten untereinander den Speiseplan und tauschten nicht selten auch Gerätschaften untereinander aus.“  Platznot- und mangel machten eben erfinderisch.
Nach der Erfahrung auf dem Meer verwirklichte er sich den Traum nach Berlin zu gehen und nahm seine Vroni, die er schon seit der Schulzeit kennt, gleich mit. Fast acht Jahre haben die beiden dort gelebt und berufliche Erfahrungen gesammelt. Vroni Nappenfeld als Floristin und Dennis als Koch. „Ich kann heute Kuchen, Torten und Brot backen, ich kann kochen, Tiere zerlegen, hatte einen Einblick in die arabische, türkische und asiatische Küche“, erzählt er. 
Eine Gaststätte übernehmen, das wollte er eigentlich nicht und doch entschloss er sich nach Schermbeck zurück zu kehren – die Gaststätte Nappenfeld zu übernehmen, das Thekengeschäft in der  Gaststätte um ein Restaurant zu erweitern und mit Vroni eine Familie zu gründen. Aus der Gasstätte Nappenfeld wurde so Nappenfeld`s Gaststätte und Restaurant.


 Nach und nach hat sich bei den Räumlichkeiten einiges verändert. Die Küche wurde komplett neu gebaut und die Gesellschaftsräume renoviert. Dabei wurde nicht nur der Farbpinsel geschwungen, sondern auch die Lüftungsanlage  erneuert und die Möblierung modernisiert. Über ein ansprechendes Outfit freuen sich seit neuestem auch die Damen, die im Lokal das Örtchen aufsuchen.
Mit der konzeptionellen Veränderung können Veranstaltungen nun auch mit einem gehobenen Niveau angeboten werden. Auch die kleine, aber feine Weinauswahl kann sich sehen lassen, und: “Wir haben Mitarbeiter die den Wein auch präsentieren können“, so der Jungunternehmer.
Und im Sommer lockt bei warmem Wetter das Schönwetterlokal vor der Tür im Schatten der St. Ludgerus Kirche. Wichtig ist ihm, die Speisekarte ständig zu verändern, das Angebot aus regionalen Produkten zu erstellen und der jeweiligen Saison anzupassen.
„Es gibt Gerichte in der Karte, die schmecken jedem und eben auch Gerichte die niemand kennt“, so Nappenfeld.  Sein Bemühen ist es, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen, sondern in ständigen Veränderungsprozessen zu stehen, um sich und das Unternehmen weiter zu entwickeln. Dazu gehört, dass Anregungen der Gäste gern aufgenommen werden. 


Wichtig ist ihm aber auch, in seinem Unternehmen auch die familiäre Atmosphäre beizubehalten, die seit Jahrzehnten den Geist des Hauses ausmacht. So gibt es also immer noch die leckere Frikadelle für die Gäste an der Theke.