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Der Horror hinter den Geschichten

Von Julian Schäpertöns
11.10.2019 Schermbeck.Die Themen Flucht und Migration standen auf dem Stundenplan der EF (Stufe 11) der Gesamtschule Schermbeck.

Zum dritten Mal war das Projekt „Life Back Home“ zu Gast in der Schule. In Workshops beschäftigten sich um die 80 Schüler den ganzen Tag mit dem Thema.

 „Der Tag hat uns als Schüler tief berührt. Wir haben erfahren, welch Horror hinter diesen Geschichten steckt“, zog Konstantin Spyrou am Ende des Tages ein Fazit. Auch wenn das Thema Flucht den Schülern durch Medien bereits bekannt war, so war es nochmal etwas ganz anderes, sich mit echten Geflüchteten auszutauschen und sich intensiv mit den Ursachen und Folgen zu beschäftigen.

Neun Geflüchtete aus Syrien und dem Iran waren in die Gesamtschule gekommen, um von ihren ganz persönlichen Geschichten zu berichten. Durch berührende Einzelschicksale wurde das komplexe Thema plötzlich ganz greifbar. Was bedeutet es, aus einem Land zu fliehen? Wie fühlt es sich an, in einer Gesellschaft anzukommen, in der es andere Wertevorstellungen, Rechte und Lebensbedingungen gibt? Das Projekt „Life Back Home“ möchte versuchen, Geflüchtete und Schüler zusammenzubringen, um genau solche Fragen zu beantworten.

Für die EF ging es nach einem Einführungsvortrag in drei verschiedene Workshops. Dort wurden verschiedene Aspekte intensiviert. Eine Gruppe beschäftigte sich mit den Zielen der UN-Mitgliedsstaaten. Es wurde zur Frage recherchiert, was der Verlust von Bildung für ein Land bedeutet und auch über die Themen Wasser, Frieden, Gleichberechtigung und gesundheitliche Versorgung.

In einem anderen Workshop planten die Schüler einen Fluchtweg aus Europa raus. Wenn ganz Europa im Krieg wäre, wie würde eine Flucht aus Deutschland aussehen? Was nimmt man mit? Welche Route nimmt man? Was für Herausforderungen kommen auf einen zu? Fragen über Fragen, die verdeutlichen, was Million von Menschen auf der Flucht alles in Kauf nehmen müssen.

Die dritte Gruppe beschäftigte sich mit der politischen Seite des Themas. Dafür entwickelten sie zwei fiktive Parteien – eine pro und eine kontra Einwanderung. Dabei stellten sie fest, dass viele Antiflüchtlingsforderungen bereits in Programmen von populistischen und rechten Parteien wiederzufinden sind. „Das ist absurd, dass es Menschen gibt, die sowas unterstützen. Das schockiert mich“, schlussfolgerte ein Schüler.

Schulleiter Norbert Hohmann zeigte sich am Donnerstag begeistert von der Zusammenarbeit mit dem Projekt „Life Back Home“. „Wir werden die Zusammenarbeit fortsetzten“, verriet er bereits.

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Über Life back home
Das Projekt Life back Home verbindet entwicklungspolitische und antirassistische Bildungsarbeit in Schulen mit den Themen Flucht und Migration. Hierfür bildet es junge Geflüchtete in Deutschland zu BildungsreferentInnen aus, die anschließend Schulen in Deutschland besuchen. In Kurzvorträgen berichten die ReferentInnen über die Situation in ihrem Heimatland, ihre Flucht und ihr Leben in Deutschland. Die Vorträge werden anschließend in einer geleiteten Gruppendiskussion vertieft. Außerdem gestaltet das Life back Home Team gemeinsam mit Schulen und Bildungseinrichtungen ganze Projektage mit verschiedenen Aktivitäten und weiteren Workshopangeboten.
Life Back Home knüpft unmittelbar im Alltag von jungen Deutschen wie auch im Alltag von jungen Geflüchteten an: Was bedeutet es, aus einem Land zu fliehen, in dem Hunger, Armut und Unsicherheit den Alltag bestimmen? Wie ist es, in einem Land zu leben, in dem Vieles, das für junge Menschen in Deutschland selbstverständlich ist, nicht vorhanden ist?
Die Ursachen von Flucht und Migration sind vielfältig, doch stehen sie fast immer auch in einem unmittelbaren entwicklungspolitischen Kontext: Armut, Hunger, unzureichende Gesundheitsversorgung, fehlende Menschenrechte und fehlende Gleichberechtigung sind sowohl Ursachen als auch Folgen von Kriegen und können dazu führen, dass Menschen sich dazu entscheiden, ihre Heimat zu verlassen.
Als Referentinnen und Referenten engagieren sich für uns in Deutschland lebende junge Geflüchtete, die über den persönlichen Austausch die Themen Flucht und Migration für Schülerinnen und Schüler greifbar machen und zum Kulturaustausch beitragen. In Kurzvorträgen berichten die Referentinnen und Referenten über die Situation in ihrem Heimatland sowie ihre Flucht nach Deutschland. Die Vorträge werden anschließend in einer geleiteten Gruppendiskussion reflektiert und der Austausch in Kleingruppen vertieft.

WER STEHT HINTER LIFE BACK HOME?
The Global Experience ist eine gemeinnützige Organisation und internationales Jugendmediennetzwerk mit Sitz in Münster und Berlin. Zu den Schwerpunkten unserer Vereinsarbeit zählen die Durchführung von internationalen Jugendcamps, interkulturellen und inklusiven Schüleraustauschen, internationale Praktikaprogramme sowie Projektreihen zur entwicklungspolitischen und/oder medienpädagogischen Bildungsarbeit in Schulen.

 

 

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