Auf den Spuren von Derick Baegert – Lesung in der St. Georgskirche
12.3.2026 Schermbeck (pd). Am Mittwochabend fand in der St. Georgskirche eine interessante Lesung mit Ruth Schäfer statt, die vom Heimat- und Geschichtsverein sowie der evangelischen Kirchengemeinde Schermbeck ausgerichtet wurde. Rund 20 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um mehr über die Malerdynastie von Derick Baegert zu erfahren. Baegert war einer der bedeutensten Maler des niederhreinisch- westfälsichen Raumes im letzten Drittel des 15. Jahrhhunderts.
In Auszügen aus dem Buch „Derick Baegert und seine Maler-Dynastie“ von Hans Scholten verband Ruth Schäfer historische Fakten mit fiktiven Begebenheiten und nahm die Zuhörenden mit auf eine gedankliche Reise in das mittelalterliche Wesel sowie zu weiteren Wirkungsstätten Baegerts.
Ein besonderer Hinweis der Autorin: Es lohnt sich, das Altarretabel in der St. Georgskirche ganz genau zu betrachten – denn bei jedem Blick lassen sich neue Details entdecken.
Besonders spannend ist auch eine überlieferte Geschichte rund um das Altarbild: Man vermutet, dass Derick Baegert darin drei damalige Weseler Ratsherren dargestellt hat. Ähnliche Figuren sollen sich auch auf dem Gemälde „Die Eidesleistung“ wiederfinden, das heute im Stadtmuseum Wesel zu sehen ist. Der Legende nach soll Baegert mit diesen Herren im Streit gelegen haben – weshalb er sie auf die linke Seite des Kreuzes gemalt habe – seine Art von Sarkasmus, um den Ratsherren noch einmal einen mitzugeben. Ob dies tatsächlich so war, bleibt allerdings eine spannende Überlieferung.
Auch die nachfolgenden Künstlergenerationen, etwa Barthel Bruyn, Joos van Kleve und Jan Jost, wurden in der Lesung erwähnt. Dazu gibt das Buch weitere spannende Einblicke. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7531-1598-6, Book on Demand).
Eine rundum spannende Veranstaltung, die Kunst und Geschichte auf anschauliche Weise nähergebracht hat. Der Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck sowie die evangelische Kirchengemeinde Schermbeck bedanken sich herzlich bei Ruth Schäfer und allen, die dabei waren!
