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 Otter

Seltener Fischotter kehrt an die Lippe zurück -Lippeverband meldet erfreuliche Nachricht zur Biodiversität im längsten Fluss in NRW 

20.5.2026 Lippe-Gebiet. Passend zum „Tag der Artenvielfalt“ an diesem Freitag, 22. Mai, kann der Lippeverband eine besonders erfreuliche Nachricht verkünden: Der vom Aussterben bedrohte Fischotter ist an die Lippe zurückgekehrt. Erste Hinweise auf die Rückkehr des Tieres in das Lippe-System gab es bereits vor einigen Jahren. Damals wurde der scheue „Wassermader“ an der Lippe zufällig beobachtet und wird seither von fachkundigen Wissenschaftler*innen mehrfach über Spurensuche nachgewiesen. Die Ansiedlung des Fischotters wertet der Lippeverband, der in diesem Jahr sein bereits 100-jähriges Bestehen feiert, als Beleg für das Gelingen der Flussrenaturierung. Wie erfolgreich diese war, wird im Juli beim „Tag der lebendigen Lippe“ untersucht – unter anderem können dann auch interessierte Bürgerinnen und Bürger selbst mitforschen.

„Auch wenn sich der Otter bisher noch nicht überall entlang der Lippe etabliert hat, zeigt die Entwicklung deutlich, dass die neu geschaffenen Lebensräume zunehmend angenommen werden. Fischotter brauchen saubere Gewässer, ruhige Ufer und genug Nahrung, weshalb ihr Vorkommen als Indikator für eine gute Gewässerqualität und intakte Ökosysteme gilt“, sagt Gunnar Jacobs, Mitarbeiter beim Lippeverband und Experte für Artenvielfalt. Der Wasserwirtschaftsverband hat in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um das Fluss-System wieder naturnaher zu gestalten: Im Verbandsgebiet wurde die Reinigungsleistung der Klär- und Regenwasserbehandlungsanlagen optimiert, darüber hinaus wurden umfassende Renaturierungsmaßnahmen entlang der Lippe durchgeführt. Uferbereiche wurden naturnah umgestaltet, befestigte Abschnitte des Flusses wieder geöffnet und die ökologische Durchgängigkeit des Fluss-Systems verbessert.

Der eurasische Fischotter (Lutra lutra) ist ein semiaquatisch, also sowohl an Land als auch im Wasser lebender Säuger aus der Familie der Marder (Mustelidae). Er steht in Deutschland nach Bundesnaturschutzgesetz unter strengem Schutz und galt in Nordrhein-Westfalen jahrzehntelang als ausgestorben. Vor allem die starke Verschmutzung der Flüsse und der Ausbau der Gewässer im Zuge der Industrialisierung hatten seine Lebensbedingungen erheblich verschlechtert.

Die Rückkehr des Fischotters zeigt nun: Die Maßnahmen des Lippeverbandes zum Schutz und zur Renaturierung der Lippe wirken. Dabei profitiert nicht nur der Fischotter von den verbesserten Lebensräumen – zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten besiedeln die neu geschaffenen Lebensräume. Der Fischotter selbst trägt auch dazu bei, das ökologische Gleichgewicht im Fluss zu stärken. Als Spitzenprädator in Gewässern hat der Fischotter einen wichtigen Einfluss auf das Ökosystem, indem er vor allem alte, schwache und kranke Fische frisst und so zu gesunden Fischbeständen beiträgt.

Mitmach-Aktion für Natur-Fans
Was lebt eigentlich an und in der Lippe? Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Wasserwirtschaftsverbandes laden der Lippeverband, der NABU NRW und die Landschaftsagentur Plus zum „Tag der lebendigen Lippe“ in Datteln ein. Erstmals im Lippe-Gebiet nehmen Forscher*innen am 11. und 12. Juli die Natur am Haus Vogelsang unter die Lupe. Dort werden über einen Zeitraum von 24 Stunden die Tier- und Pflanzenarten vor Ort gesichtet und dokumentiert, um die Entwicklung der Artenvielfalt zu analysieren.

Auch für interessierte Besucher*innen gibt es am 12. Juli von 11.00 bis 17.00 Uhr die Möglichkeit, das Geschehen zu verfolgen sowie selbst zu forschen: Spannende Mitmach-Aktionen für Klein und Groß laden dazu ein, die blaugrüne Flusslandschaft zu erkunden und Verschiedenes über die Entwicklung der Lippe zu lernen – etwa beim Keschern im Wasser, beim Blick durch ein Mikroskop oder beim Basteln von Saatkugeln. Darüber hinaus bieten Expert*innen verschiedene Führungen an, die unter anderem Wissenswertes zu den Umbaumaßnahmen an der Lippe oder die dort lebenden Amphibien und Vögel vermitteln. So wird der längste Fluss Nordrhein-Westfalens zum großen Entdeckungsraum für die ganze Familie.

Hintergrund
Der „Tag der lebendigen Lippe“ knüpft an die drei bisherigen Veranstaltungen zum „Tag der lebendigen Emscher“ an. In den vergangenen Jahren stand dabei die biologische Vielfalt der Emscher im Mittelpunkt – untersucht wurden unter anderem die Emscher-Mündung bei Dinslaken, der Natur- und Wasser-Erlebnispark in Castrop-Rauxel/Recklinghausen sowie die Emscher-Auen in Castrop-Rauxel/Dortmund.

Nun feiert das Monitoring am längsten Fluss Nordrhein-Westfalens Premiere: Im Rahmen des Programms „Lebendige Lippe“ wurden im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen seit 2016 an der Lippe bei Haus Vogelsang zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt. Ziel ist es, die Vernetzung zwischen Fluss und Aue wiederherzustellen und neue Auenbereiche zu entwickeln. Wie sich diese Maßnahmen auf die biologische Vielfalt auswirkt, wird nun im Rahmen des „Tages der lebendigen Lippe“ untersucht.

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