
Gertrud Brunnen ist Schermbecks älteste Bürgerin und wird heute 102 Jahre alt
13.7.2026 Schermbeck (geg). Gertrud Brunnen, die älteste Bürgerin im Ort, feiert heute ihren 102. Geburtstag. Die sympathische Jubilarin lebt im Schermbecker Marienheim, freut sich sehr über ihren Ehrentag und möchte mit ihrer großen Lebensfreude auch den 103. und vielleicht auch noch mehr Geburtstage feiern. Ihre ersten Festtagsüberraschungen erhielt sie bereits am Sonntagnachmittag beim großen Umzug der Kiliangilden Altschermbeck und Schermbeck, der immer auch am marienheim vorbeiführt.
Seit dem Jahr 2016 lebt die gebürtige Duisburgerin in dem Schermbecker Seniorenhaus. Nach einer längeren Krankheit kümmerte sich ihr Hausarzt um den Heimplatz, denn eine Familie, bei der sie einziehen könnte, hat die Seniorin nicht mehr. In Schermbeck wurde er fündig und so zog Gertrud Brunnen ins Marienheim und fühlt sich dort sehr wohl, wie sie betont. Zwar ist sie nicht mehr so mobil wie vor zwei Jahren, genießt das Leben deshalb aber nicht weniger. Nichten und Neffen kommen sie regelmäßig besuchen, freut sie sich.
An ihre Kindheit mit den drei weiteren Schwestern, kann sich die Jubilarin noch gut erinnern, und besonders an ihren liebevollen Vater. „Der hat sich immer gut um uns gekümmert“, sagt Gertrud Brunnen. Nach ihrer Schulausbildung in Duisburg absolvierte sie eine Lehre als Schuhverkäuferin und erinnert sich noch gut daran, dass sie während der Kriegsjahre zwangsverpflichtet wurde, bei der damaligen Reichsbahn zu arbeiten. Nach dem Krieg fand sie eine Anstellung als Büroangestellte. In diesem Beruf habe sie bis zur Rente gearbeitet. Geheiratet hat die Wahlschermbeckerin nicht.
leidenschaftlich gern hat sie früher in ihrer Freizeit gehäkelt und gestrickt, aber: „Jetzt geht das nicht mehr, meine Finger wollen das nicht mehr“, sagt sie ein wenig bedauernd, weil es ihr doch sehr fehle. Aber im Marienheim hat sie Alternativen gefunden und beteiligt sich so weit es geht, aktiv an den angebotenen Aktivitäten. Sie liest gern, spielt gern verschiedene Gesellschaftsspiele wie Bingo oder Glücksrad und auch bei der Gymnastik macht sie mit. Gern sitzt sie auch draußen auf der Terrasse und beteiligt sich dort an den Gesprächsrunden.
Jeden Mittag spricht sie das Mittagsgebet mit den weiteren Bewohnern beim gemeinsamen Essen. Und auch den Rosenkranz bete sie gern - das helfe ihr geistig fit zu bleiben, betont sie. Und lächelnd: „Ich verrichte meine Tagesgebete wie es sich gehört.“ Das ist ihr so wichtig, wie die Körperpflege, bei der ihr das Pflegepersonal hilft. „Ich will ja nicht wie ein Stinkebär herumlaufen“, so die Jubilarin lachend. Nur an die Haare, da lässt sie nur ihre Friseurin ran.
Was ihr geholfen hat so alt zu werden? „Mein Gottvertrauen, denn ohne den lieben Gott geht gar nichts“, sagt sie. Und ein kleines Gläschen trockenen Rotwein, das sie jeden Abend trinkt.