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Kranz 1

Die Rede von Präsident Gregor Zens zum Festakt am Altschermbecker Ehrenmal

Guten Morgen liebe Altschermbecker, guten Morgen liebe Gäste,

was für einen schönen und feierlichen Start in den Tag konnten wir gerade erleben. Die Schützen-Messe ist immer wieder ein Highlight unseres Schützenfestes, so auch in diesem Jahr!

Vielen Dank lieber Xavier für die schöne Messe und Deine tolle Predigt. Ein Dankeschön möchte ich auch an die Freunde unserer Nachbargilde aus Schermbeck aussprechen. Trotz des engen Zeitplans freut es mich, dass der Besuch unserer Schützenmesse mittlerweile seit Jahren fester Bestandteil in eurem Ablauf ist. Schön, dass Ihr da ward.


Ein großes Dankeschön richte ich aber an alle Beteiligten, die die Schützenmesse immer wieder zu einem feierlichen Hochamt werden lassen. Liebe Blaskapelle Einklang Schermbeck, ihr habt einen großen Beitrag zu diesem feierlichen Hochamt geleistet. Blasmusik gehört einfach dazu und hat die Feier auf besondere Weise bereichert. Vielen Dank für Euren Einsatz.

Gregor

Mahnen – Erinnern – Gedenken: das steht auch heute im Mittelpunkt. Das neugestaltete Ehrenmal ist nach wie vor ein Ort des Gedenkens und ein Ort der Mahnung. Deswegen stehen wir heute hier und erinnern an die Toten und Vermissten beider Weltkriege.

Hinter mir bietet sich ein schönes Bild: neben unserem amtierenden Königspaar mit König Ralf Grömping und Königin Michi Deuster und Thronpaaren darf ich unser Silberkönigspaar Berthold Bienbeck und Ingrid Bienbeck herzlich begrüssen. Unser Goldkönigspaar Ludger Baumeister und Hildegard Ribbekamp sind leider verhindert. Es freut mich aber sehr, unsere diamantene Königin Christa Ridder von Anfang an dabei zu haben.
Unser diamantener König Heinz Underberg Vennhoff kann den Tag leider nicht mehr mit uns erleben, in Gedanken ist er aber bei uns.

Hier oben am Ehrenmal zu stehen ist schon etwas Besonderes. Nach vielen Jahren und zahlreichen Ansprachen zu den unterschiedlichsten Themen erfordern die Vorbereitung immer wieder Zeit und intensive Gedanken. In diesem Jahr war die Auswahl der Themen besonders herausfordernd. So viele Themen hätten hier Platz finden können: Der immer noch andauernde Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der Iran Krieg und die Straße von Hormus. Sicherlich gibt es auch noch genug innenpolitische Themen, die ich hier ansprechen könnte. So zum Beispiel die anstehenden Wahlen in den östlichen Bundesländer, bei denen eine Partei gewinnen könnte, deren politische Vorstellungen viele mit Sorge betrachten. Selbstverständlich ist mein Präsidenten Kollege aus den Vereinigten Staaten auch immer für eine Anekdote gut - aber nein, dafür ist mir die Zeit hier wirklich zu schade.

Viel zu oft waren Terror, Krieg und Gewalt Thema hier am Ehrenmal. Heute werde ich bei uns in Altschermbeck bleiben. In den letzten Wochen und Tagen vor dem Fest ist die Vorfreude schon überall spürbar: die Fahnen werden gehisst, die Straßen werden gefegt und geschmückt. Aber was macht eigentlich die Freude, die Faszination für das Schützenfest aus? Ist das die reine Lust am Feiern? Oder ist es das Miteinander, die gemeinsamen Erlebnisse?

Unser Schützenfest lebt von der Identität:

Unser Schützenfest gibt unserem Ort ein Gesicht. Es erinnert uns daran, woher wir kommen und was uns verbindet. Für jeden Einzelnen kann es ein Stück Heimat sein – ein Ort, an dem Erinnerungen entstehen, Generationen zusammenkommen und man stolz sagen kann: Dies ist unser Schützenfest
Unser Schützenfest lebt von der Tradition:
Traditionen sind nicht einfach alte Gewohnheiten. Es sind Werte, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Im kommenden Jahr feiern wir unser 150-jähriges Jubiläum. Viele Bräuche werden seit Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten gepflegt. Das vermittelt Kontinuität und verbindet.

Unser Schützenfest lebt auch vom Engagement:

Ein Schützenfest entsteht nicht von allein. Es lebt von den vielen Menschen, die ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Kraft einbringen – oft im Hintergrund und irgendwie selbstverständlich. Engagement bedeutet Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, auf das wir alle stolz sein können. Für diesen tollen Zusammenhalt möchte ich mich bei unseren Offizieren und meinen Kollegen aus dem Vorstand bedanken. Vielen Dank daher an Euch alle für Euren Einsatz. Vielen Dank aber auch an unseren Thron, König Ralf und Königin Michi nebst Ehrendamen und Ehrenherren, für ein tolles Schützenfest-Jahr. Ihr habt das Jahr zu einem wirklichen Fest-Jahr werden lassen.

Unser Schützenfest lebt aber auch von der Gemeinschaft:

Das wichtigste an unserem Schützenfest sind die Menschen, seid Ihr alle. Hier begegnen sich Jung und Alt, Familien, Freunde und Nachbarn. Wir feiern miteinander, stehen füreinander ein und erleben Momente, die verbinden.
Identität gibt uns Wurzeln. Tradition verbindet Vergangenheit und Zukunft. Engagement macht unser Schützenfest erst möglich. Und Gemeinschaft macht es zu etwas Besonderem. Dafür danke ich jedem Einzelnen, der Teil unseres Schützenfestes ist.

Ein Thema kann ich mir dann doch nicht ganz verkneifen: Nach dem frühen Ausscheiden unserer Fußballnationalmannschaft bei der WM forderte vor wenigen Tagen die Jugendorganisation der Grünen:

O-Ton: „So und jetzt hängt Eure Scheiß Deutschland Fahnen wieder ab“. Dieser Aufforderung kommen wir natürlich nicht nach. Wir haben heute bewusst die Deutschlandflagge gehisst. Am Freitag hingen hier noch zwei Fahnen unserer Gemeinde. Die schwarz-rot-goldene Fahne ist kein Symbol der Nazis. Die Nationalsozialisten hatten Ihre eigene Fahne und hatten die Deutschlandfahne verbannt. Schon 1832 wurden beim Hambacher Fest die Farben Schwarz-Rot-Gold erstmals von einer breiten demokratischen Bewegung genutzt. Die Farben stehen für nationale Einheit, Freiheit, Bürgerrechte und Demokratie. Auch die Nationalhymne gehört für uns dazu.
Wir stehen hier im Gedenken an die Vermissten und Toten beider Weltkriege. Die Namen hinter mir auf den Gedenktafeln sind Zeugnis dieser grauenhaften Zeit. Die Parade am Ehrenmal ist ebenfalls der Start in zwei weitere tolle Tage Schützenfest.
Lasst uns feiern und fröhlich sein. Wir laden Sie daher ein, gemeinsam mit uns Schützenfest zu feiern. Viel Spaß, ausgelassene Stimmung und tolle Gespräche, das wünsche ich allen an den bevorstehenden Kilianstagen – getreu unserem Motto: In Ordnung, Einigkeit und Frohsinn.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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