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Befürworter und Gegner trafen sich zur Bürgerversammlung

2.10.2018 Gahlen (geg). Sie kamen in Scharen in den Saal des Cafe Holtkamp. Die Wolfsbefürworter und die Wolfsgegner. Aus dem Kreis Kleve, aus dem Kreis Borken. Kreis Wesel, Kreis Recklinghausen und aus den Niederlanden.

Ebenso stark waren die Medien mit ZDF, ARD, RTL oder auch ntv vertreten. Aufgrund des großen Ansturms musste kurz vor 19 Uhr die Tür geschlossen werden. Bei Bedarf werde die Veranstaltung wiederholt, hieß es von Seiten des Veranstalters.
Mehrfache Sichtungen, Risse von Schafen und Losungen (Kot), vor allem aber genetische Nachweise legen nahe, dass ein Wolf im Bereich der Gemeinde Schermbeck im Kreis Wesel standorttreu geworden ist. Seit Juni gibt es Nachweise dass es sich dabei um eine junge Wölfin mit der Kennung GW954f, die ursprünglich aus einer Wolfsfamilie nahe dem niedersächsischen Schneverdingen stammt. (Wir berichteten)


Die Wölfin ist innerhalb von kürzester Zeit zur Kreisgrenzen- und Regierungsbezirks übergreifender Berühmtheit gelangt, wie auch das große Medieninteresse zeigt. „Kann man doch bestimmt touristisch vermarkten,“ hieß es aus Zuschauerkreisen. Ein bisschen Humor war hier und da auch noch da, trotz des ernsten Themas aber vor allem auch Ungeduld, Unverständnis und unterschwelliger Zorn, vor allem bei den Nutztierhaltern die sich allein gelassen fühlen, die die Informationspolitik des Verbandes nicht nachvollziehen können. „Wir haben nach jedem Nachweis eine Pressemitteilung herausgegeben“ hieß es von Seiten des LANUV.


Dr. Thomas Delschen –der Präsident des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz – LANUV, Dr. Georg Verbücheln, Dr. Matthias Kaiser sowie Christian Strang vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz (MULNV) stellten sich nach dem Informationsblock zur Sachlage und der Vorstellung des neuen Internetportal www.wolf.nrw das wegen fehlender Internetverbindung abgebrochen werden musste, der Diskussion mit dem Publikum. Dr .Thomas Delschen, betonte: „Um alle Menschen in Nordrhein-Westfalen direkt über Wolfsnachweise auf dem Laufenden zu halten, informiert das neue, öffentliche Portal anhand interaktiver Karten, tabellarischer Auflistung aller Ereignisse und nicht zuletzt anhand informativer Texte über die Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen - Dazu gehört insbesondere das Wolfsgebiet rund um die Gemeinde Schermbeck und das tagesaktuell.“ Wichtig sei es, dass auch alle Sichtungen dem LANUV gemeldet würden.


Das erste Wolfsgebiet in NRW sorgt dafür, dass die Nutztierhalter nunUnterstützung bei Präventionsmaßnahmen erhalten und eine Ersatzleistung für gerissene Tiere, inklusive Tierarztkosten etc. Aber erst wenn der Antrag an die Bezirksregierung Münster erfolgt und genehmigt ist, darf der Betroffene tätig werden. Nutztierhalter, wie Christiane Rittmann beispielsweise, die einige Tiere verloren und bereits Geld für den Schutz der Tiere ausgegeben hat, geht leer aus, da die Käufe vor dem 1.10. getätigt wurden.
Kritisiert wurde von den Haltern auch, dass in den Förderrichtlinien nicht der Einsatz der Züchter und Tierhalter enthalten ist, den sie aufwenden müssen um verängstigte Tiere wieder „in den Griff“ zu bekommen. Hier empfahl Christian Strang den Kontakt zum eigenen Verband, der sich wiederum mit der Politik darüber unterhalten solle. Und er versicherte: “Ihre Bedenken und Fragen nehmen wir mit, um den Förderkatalog zu überarbeiten“.
Grundsätzlich glauben die Nutztierhalter nicht an die Wirksamkeit des Einzäunens. Ein Tipp der Wolfsbefürworter im Saal: “Einen Herdenschutzhund anschaffen“.


Den Blick in die Zukunft, wieviel Tiere verträgt das Gebiet oder siedelt sich hier ein Rudel an, vermochten die Diskussionsteilnehmer nicht beantworten. „Wir haben hier erstmal nur eine Wölfin“. Und die möchten die Wolfsbefürworter im Saal gern behalten „Ich würde mich freuen wenn die Wölfin hier sesshaft würde“, wohingegen Bernhard Steinmann stellvertretender Bürgermeister - aus Kirchhellen ganz klar sagte“ Unsere Vorfahren waren froh, als der Wolf in unserem Gebiet endlich ausgerottet war und wir sind froh, wenn er endlich wieder weg ist“.
Kindergärten empfahl Delschen den Kontakt zu Wolfsberatern oder zum NABU die zu einem Elternabend gern kommen würden, um Fragen besorgter Eltern zu beantworten. Grundsätzlich gelte, dass ein Mensch keine Angst vor einem Wolf haben müsse, der passe nicht ins Beuteschema des Tieres. Gelächter löste die Aussage aus, eine Trillerpfeife mitführen, vor dessen Geräusch der Wolf flüchten würde.
Zum Abschluss machte Dr. Thomas Delschen deutlich, dass er die Sorgen und Ängste der anwesenden Bürger sehe. „Lassen Sie uns in kleinen Gruppen weiter diskutieren. Das Angebot steht“ .

 

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