
Schermbecker Grüne informieren sich über Dorfladen-Konzept in Borken-Marbeck
26.11.2025 Schermbeck/Borken. Die Fraktion der Schermbecker Grünen hat am Samstag Marbeck's Dorflädchen in Borken besucht, um sich über alternative Nahversorgungskonzepte für den ländlichen Raum zu informieren. Lara und Markus Limberg, die den Laden betreiben, stellten den Gästen aus Schermbeck das Konzept und die Funktionsweise ihres Dorfladens vor. Zugang zum schnuckelig eingerichteten Laden erhält man mit der ec-Karte und innerhalb des Ladens kann man sich selbst bedienen. Die Bezahlung erfolgt dann ebenfalls per Scannerkasse im SB-Verfahren. Auf Nachfrage erklärte Lara Limberg, dass alle Bevölkerungsgruppen einkaufen und vor allem auch ältere Menschen mit den SB-Kassen gut zurechtkommen.
Die Resonanz in der Bevölkerung sei sehr gut. Angeboten werden neben Obst, Wurst, Gemüse und Fleisch auch Tiefkühlprodukte, wie Pizzen, Aufbackbrötchen und Eis. Selbst Nutella oder Chips gehören inzwischen zum festen Sortiment. Mittels einer Wunschbox erhalten Lara und Markus Limberg regelmäßig Anregungen aus der Kundschaft. Ziel ist es, dass sich jeder mit dem Einkauf eine vollwertige Mahlzeit zusammenstellen kann.
Kristin Rittmann dazu: „Toll finde ich, dass sehr viele regionale Produkte angeboten werden.“ Dadurch, erklärte Markus Limberg, konnte man auch LEADER-Fördermittel erhalten und den Kostenrahmen überschaubar halten. Der kameraüberwachte Container ist von außen und innen sehr ansprechend eingerichtet.
Auf Nachfrage von Stefan Steinkühler, ob man sich so etwas auch an anderen Standorten wie zum Beispiel Gahlen vorstellen könnte, sagten beide, dass man sich bereits entsprechende Gedanken mache, man aber noch die weitere Entwicklung abwarten wolle. Limbergs kennen Gahlen gut, da sie im Aap eine landwirtschaftliche Fläche bewirtschafteten.
Hintergrund des Besuchs ist die Suche nach Lösungen für die Nahversorgung in der flächenmäßig großen Gemeinde Schermbeck. Besonders der Ortsteil Gahlen steht vor Herausforderungen.
Holger Schoel: „Das Modell von Marbeck's Dorflädchen könnte möglicherweise eine Blaupause für Schermbeck sein. Solche Dorfläden haben sich in vielen ländlichen Regionen als erfolgreiche Alternative zum klassischen Einzelhandel etabliert und sichern die wohnortnahe Versorgung – oft auch getragen durch bürgerschaftliches Engagement und genossenschaftliche Strukturen.“
Die Schermbecker Grünen wollen die gewonnenen Erkenntnisse nun auswerten und prüfen, ob, wo und wie ein ähnliches Konzept in Schermbeck umgesetzt werden könnte.
Hinweis der Redaktion - Dazu schrieb ich für ein Magazin in Heiden

Erfolg für das Dorflädchen in Marbeck - Manchmal wird der Zufall zum Glücksfall
Seit dem 13.9. hat Marbeck an der Straße Ölmühle ein Dorflädchen. Und zwar eines mit Herz. So nennen es die Betreiber Lara Schöneberg und Markus Limberg zumindest. Aber es ist ihnen auch eine Herzangelegenheit, den Marbeckern eine Möglichkeit zum Einkaufen zu bieten. Lara Schöneberg ist Marbeckerin und weiß, wie es ist immer nach Borken, Heiden oder Rhade zum Einkaufen fahren zu müssen - vor Ort gar nichts bekommen zu können. „Nein das ist nicht schön“, sagt sie.
Und dann hat Kommissar Zufall hat bei der Entscheidung seine Finger im Spiel gehabt. Denn der Onkel von Markus Limberg ist im Kegelclub mit dem Besitzer. Bei einer Familienzusammenkunft wiederum, erfuhr Limberg von der Automatenlösung, die eigentlich in dem Haus neben ihrem Lädchen entstehen sollte und das der Interessent abgesprungen ist. „Das können wir doch machen,“ so die spontane Überlegung der beiden. Denn Erfahrung in der Vermarktung bringt der Heidener mit. Die Familie betreibt hier seit 30 Jahren eine Verkaufshütte mit Produkten des Hofes.

Viele Wünsche können auf 21 Quadratmeter erfüllt werden
Von den Geschäftsräumen im Wohnhaus nahm das Paar allerdings Abschied: „Da sind Probleme vorprogrammiert“, so Limberg. Genauso von der Automatenlösung. In einem Container sollte der kleine „Tante Emmaladen“ mit 21 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Und barrierefrei sollte er sein.
Lara Schöneberg und Markus Limberg planten, holten Angebote ein und beantragten einen Zuschuss durch die Leader Kleinprojektförderung. Die Zusage erhielten sie auch, allerdings dauerte es zwei Jahre bis zur Genehmigung. In der Zeit hatten sich die Angebotspreise erhöht. „Wir haben es trotzdem geschafft“, freut sich das Paar.
Entstanden ist ein Selbstbedienungsladen, der mit modernster Technik ausgestattet und von 6 bis 22 Uhr geöffnet ist. Hinein kommt man mit einer Bankkarte, bezahlt wird an der Scannerkasse ebenfalls damit.
Vermarktung von überwiegend regionalen Produkten
In den Regalen und den Kühltheken finden sich überwiegend regionale Produkte, das war dem Paar wichtig. So gibt es Eier aus Raesfeld, Honig aus Heiden, Milchprodukte aus Hamminkeln, Metzgereiartikel aus Oeding, Kartoffeln, Fleisch vom Strohschwein und Gemüse vom eigenen Hof, oder Dekoartikel aus Marbeck und vieles mehr.
Technik wurde älteren Menschen erklärt
Und wie kommen die älteren Menschen mit der Technik klar? „Wir waren am Eröffnungstag vor Ort und haben die Interessierten ´geschult`, berichtet Lara Schöneberg. Außerdem sei das Paar jeden Tag vor Ort, um Ware aufzufüllen und nach dem Rechten zu schauen. Auch dann stehen sie für Informationen gern zur Verfügung.
Sortimentswünsche können geäußert werden
Neben dem Scanner steht eine Wunschbox in der die Marbecker ihre Wünsche für das Sortiment weitergeben können, die nach Möglichkeit auch erfüllt werden. Derzeit wird über ein Angebot von Geschenkkörben zu Weihnachten nachgedacht.
Von der bisherigen Resonanz ist das Paar mehr als zufrieden. „Es läuft“, sagen sie.