
Schäferin Christiane Rittmann übergab den Hirtenstab an Oliver Krischer Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes
3.8.2026 Gahlen (geg). Der Hirtenstab 2026 ist das symbolische Wander- und Amulettzeichen des bundesweiten Hirtenzugs im Internationalen Jahr der Hirtinnen und Hirten. Er wurde im Januar auf der Grünen Woche in Berlin geweiht und wandert seitdem von Schäferei zu Schäferei durch ganz Deutschland, um auf die Bedeutung der Weidetierhaltung aufmerksam zu machen. Dieser Hirtenzug ist ein bedeutendes Zeichen der Solidarität mit Hirten und Schäferinnen und Schäfern weltweit.
Im Internationalen Jahr der Weidelandschaften und Hirten möchten die deutschen Schäferinnen und Schäfer auf die unverzichtbare Arbeit aufmerksam machen, die sie gemeinsam mit ihren Tieren für unsere Kulturlandschaft leisten. Christiane Rittmann, Schäferin aus Gahlen erklärt, dass es kaum noch Schäferinnen und Schäfer gebe. „Im letzten Jahr hat nur ein junger Mann aus NRW die Ausbildung zum Schäfer beendet, in ganz Deutschalnd waren es 13.“ Der Beruf sterbe aus, so ein Beispiel der Probleme, die vielfältig sind.

Aber: Schafe sind weit mehr als reine Nutztiere. Durch ihre Beweidung tragen sie maßgeblich zum Erhalt der Biodiversität bei, sichern wertvolle Lebensräume und leisten einen wichtigen Beitrag zum Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Insbesondere an Deichen sind sie unverzichtbar: Ihre Beweidung sorgt für eine dichte Grasnarbe und ist damit ein wesentlicher Baustein für den Hochwasserschutz in vielen Regionen. „Diese Beweidung ist eine agrarökologische Dienstleistung die kaum honoriert wird“, beklagt sie. Viele würden denken, die Schafe kommen und fressen dort, dadurch habe der Schäfer oder die Schäferin das Futter für die Tiere gespart. Auch aus diesem Grund stünden zahlreiche Schäfereibetriebe wirtschaftlich unter großem Druck. Hier müsse politisch dringend etwas unternommen werden.
Mit dem internationalen Hirtenzug machen Schäferinnen und Schäfer deshalb auf ihre schwierige Situation aufmerksam. Der Zug führt durch mehrere europäische Länder und kommt am 13. Oktober 2026 vor dem Europäischen Parlament in Brüssel zusammen, wo gemeinsam mit Delegationen aus 17 Nationen ein internationales Hirtenfest stattfindet.
Aber zunächst ist der Hirtenstab am Samstag in NRW angekommen. Oliver Krischer Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen hat den Hirtenzug in Düsseldorf empfangen. Christiane Rittmann übergab dort den Hirtenstab an den Minister, dem klar ist, wie er sagte, dass Schafe mehr sind als nur Tiere die Wolle und Fleisch liefern. Er betonte: „Der Naturschutz wäre nicht vorstellbar ohne Schafe, denn sie pflegen viele Flächen und sorgen dafür, dass Landschaften erhalten bleiben und dadurch auch seltene Tiere und Pflanzen in unserem Land einen Lebensraum erhalten.“ Vor allen Dingen sind sie auch beim Hochwasserschutz ganz wichtig, denn Schafe pflegen die Deiche - diese könnten ihre Hochwasserschutzfunktion ohne Schafe oft nicht ausführen. „Deshalb bin ich gern Teil des Hirtenzuges um die Schäferinnen und Schäfer zu unterstützen“, so Krischer.
In Gahlen wird der Hirtenzug am Freitag, 7. August, um 17 Uhr mit Maik Dünow und 200 Schafen an der Kirchsteraße /Ecke Heisterkamp eintreffen. Empfangen werden sie dort von Jürgen Höchst, dem Vorsitzenden des Heimatvereins Gahlen, und der Gahlener Schäferin Christiane Rittmann.
Am Schafsmarkt Sonntag wird der Zug angeführt von der Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen und um 13 Uhr auf dem Schafsmarkt eintreffen. Mit dabei sind auch Landrat Ingo Brohl und natürlich Schäfer Maik Dünow. Begleitet werden sie von weiteren Hirtinnen und Hirten sowie von Vertretern aus Politik und Naturschutz – darunter die Landtagsabgeordneten René Schneider und Julia Kahle-Hausmann sowie Josef Tumbrink, Leiter der Abteilung Artenschutz im NRW-Umweltministerium.
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