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Faszination Oldtimer- aber wer sorgt dafür, dass die Szene in Zukunft weiter funktioniert?

20.9.2026 Weselerwald (js). Nach neuesten Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes waren Anfang 2026 mehr als 822.500 historische Fahrzeuge zugelassen. Aber was macht einen Oldtimer eigentlich so faszinierend?
Für Sven Schlei, dem Vorsitzenden der Oldtimerfreunde Schermbeck eV liegt die Antwort nicht nur in der Optik. Es ist die Technik. „Man kann selber noch was machen“, sagt er. Er fährt selbst ein Fahrzeug von 1977. Damals war vieles noch mechanisch. Heute wird das schwieriger. Denn auch die Fahrzeuge der 1990er-Jahre werden inzwischen zu Oldtimern. Gleichzeitig steckt in ihnen bereits deutlich mehr Elektronik.
Diagnosegeräte und Computer haben längst einen Platz in den Werkstätten gefunden. Vieles, was früher mit Erfahrung, Werkzeug und einem geschulten Ohr repariert wurde, lässt sich heute nur noch mit spezieller Technik prüfen. Damit steht die Oldtimer-Szene vor einer Frage, die weit über das nächste Treffen hinausreicht: Was passiert, wenn diejenigen, die noch wissen, wie ein Vergaser eingestellt oder eine alte Zündung repariert wird, irgendwann nicht mehr da sind? Wenn dieses Wissen mit den Menschen verschwindet, die es über Jahrzehnte gesammelt haben?
Denn die Szene hat ein Nachwuchsproblem, berichtet der Vorsitzende. Viele Vereine kämpfen damit, junge Menschen für das Hobby zu begeistern. Auch Sven Schlei kennt diese Herausforderung. Umso wichtiger ist für ihn, dass an diesem Tag auch der DEUVET vertreten ist – der Verband, der sich nicht nur für die Interessen der Oldtimerbesitzer einsetzt, sondern inzwischen auch darum bemüht ist, technisches Wissen an die nächste Generation weiterzugeben.

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Martin Zabel ist Vizepräsident des DEUVET, des Bundesverbands für die Oldtimer-Szene. Der Verband feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen und vertritt die Interessen der Oldtimerfahrer gegenüber der Politik. Das H-Kennzeichen ist eines der bekannten Ergebnisse dieser Arbeit. Doch inzwischen geht es längst auch um eine andere Frage: Wer sorgt dafür, dass die Szene in Zukunft überhaupt noch funktioniert?
Denn viele Clubs kämpfen mit Nachwuchsproblemen. Die Mitglieder werden älter. Gleichzeitig gehen auch in den Werkstätten erfahrene Mechaniker in den Ruhestand. Mit ihnen verschwindet Wissen. In den heutigen Ausbildungsordnungen spiele beispielsweise der Vergaser keine Rolle mehr. Das Wissen droht damit zu etwas zu werden, das man zwar noch auf Oldtimertreffen bestaunen, aber irgendwann nicht mehr reparieren kann.

Junge Talente für alte Fahrzeuge 
Der DEUVET will gegensteuern. Anfang des Jahres wurde deshalb der Verein „Junge Talente für alte Fahrzeuge“ gegründet. Die Idee: Junge Menschen sollen wieder lernen, selbst an historischen Fahrzeugen zu arbeiten. Geplant sind Workshops, in denen Themen wie Vergaser, Zündung und andere historische Techniken vermittelt werden. Dafür gibt es bereits Schulungsfahrzeuge. Eines davon ist ein Opel Astra. Ein weiteres Fahrzeug wurde erst wenige Wochen vor dem Oldtimertag zur Verfügung gestellt: ein Mercedes aus den 1960er-Jahren.

„Wenn wir solche Fahrzeuge nur noch im Museum sehen würden, dann wären es Stehzeuge – und das möchten wir nicht“, sagt Sven Schlei. Genau deshalb seien solche Treffen wichtig: um sich auszutauschen, gemeinsam unterwegs zu sein und die Fahrzeuge nicht nur zu bewahren, sondern sie auch zu bewegen.
Vielleicht ist es genau das, was die Faszination dieser alten Fahrzeuge ausmacht. Ihre Geschichte steckt nicht allein in ihrem Baujahr oder ihrer Technik. Sie steckt auch in den Menschen, die sie restauriert, gefahren und über Jahrzehnte begleitet haben.

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