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Auf einen Kaffee mit Sabine Balster

Von Gaby Eggert
18.10.2016 Bricht. Seit 25 Jahren ist Sabine Balser, die in Bricht wohnt, nun bereits Hebamme. Das möchte die 46 jährige Mutter von drei Kindern feiern. Und zwar mit allen Eltern und Kindern die sie in den ganzen Jahren betreut hat.

„Ich möchte sehen wie es allen geht, möchte den Kinder begegnen - gucken ob es ihnen gut geht", sagt sie mit strahlenden Augen. Wenn alle kommen, dann wird's voll, deswegen müssen alle ran, die Familie und auch die Nachbarn. Wobei die Nachbarn erst an zweiter Stelle, hier wirbt sie um Verständnis für die wohl aufkommende Verkehrsbelästigung an diesem Tag, aber der Kuchen, der wird in der Nachbarschaft gebacken. Übrigens: Auch am Lüttge Feld hat sie im Laufe der Jahre 17 Babys den Weg ins Leben geebnet.
Empfangen wird sie ihre Gäste im Zelt, dafür hat ihr Mann gesorgt. Auch dafür dass das Zelt auf ebenen Boden stehen kann, denn so etwas wie einen Bürgersteig gibt es an der Straße Lüttge Feld nicht. Überhaupt erhalte sie für alles was sie unternehme, Rückendeckung von ihm und sagt ganz liebevoll „Hebammenmänner sind eben etwas ganz besonderes".


In drei Jahren Kreisssaalerfahrung hat Sabine Balster 280 Kindern auf die Welt geholfen. Dann kam das eigene erste und die Verabschiedung von der Geburtshilfe durch die eigene (aber eher ungeplante) Familienplanung. Da war sie 24 Jahre jung. Sie resümiert: "Das war das perfekte Alter fürs erste Kind, man ist so herrlich naiv und macht sich wenig Sorgen."
Nach drei Jahren Elternzeit kam das zweite Kind und so hatte sich für sie die Rückkehr in den Kreisssaal erledigt. „Ich entschloss mich freiberuflich tätig zu werden", sagt sie. Der Keller wurde entsprechend ausgebaut und das dritte Kind kündigte sich an. Die Geburten ihrer eigenen Kinder erlebte sie übrigens ganz unterschiedlich. Das erste Kind kam per Kaiserschnitt zur Welt, das zweite auf „normalem" Weg, das dritte ebenfalls ganz normal, aber es klappte als Hausgeburt.

Warum sie Hebamme geworden ist? Sie lacht, als sie erzählt, dass sie neben der Bravo auch immer die Elternzeitschrift gelesen habe. Und das macht sie auch heute noch, wobei sie die Bravo natürlich abgelegt hat. Sie hat festgestellt: "Der Inhalt der Zeitung hat sich nicht verändert, nur die Fotos".
Ihre Ausbildung absolvierte Sabine Balster in Stuttgart. „Lehrjahre sind keine Herrenjahre" habe sie dort erfahren, aber das Durchhalten und der Blick in die alternative Geburtshilfe, den sie bei ihrer Ausbildung erlebt habe, habe sich gelohnt.
In den Kreisssaal zurückgegangen ist sie nicht mehr. „Das ist wegen der Versicherungen die eine freiberuflich tätige Hebamme abschließen muss, nicht zu realisieren", so Sabine Balster. Sie bietet heute Geburtsvorbereitungskurse an, betreut die Mütter im „Wochenbett" , macht mit Ihnen Rückbildungsgymnastik mit Schwerpunkt Beckenboden und verwöhnt die Babys mit der Babymassage. Aber auch die werdenden und dann jungen Väter hat sie im Blick. Sie nimmt ihnen vor der Geburt Ängste und redet auch danach mit ihnen, wenn sie das möchten, oder sich das ergibt. „Männer sind wichtig im Kreissaal, auch für die Hebamme. Die kann man schnell mal schicken, sie können beim Umlagern helfen und und und."




















Nach der Geburt stehen dann Mutter und Kind, meistens eher das Kind im Mittelpunkt des Lebens. „Oft wird vergessen auch die jungen Väter mal zu fragen, wie es ihnen mit dem Erlebten geht", sagt sie. Während Ihrer Ausbildung hat sie aber auch Hebammen erlebt, die mit der Überzeugung lebten, dass Männer im Kreissaal nichts zu suchen haben.
Haben sich die Mütter im Laufe der Jahre verändert? Eigentlich eher das Umfeld sagt sie. Denn: "Mütter habe ein Neandertalergehirn. Die Wehen erleben, das Baby rauspressen-und schieben und das nasse Wesen direkt auf den Bauch der Mutter und die Bindung hält ewig und dieser Instinkt ist auch nicht wegzudiskutieren", davon ist sie überzeugt. „Heute ganz oft eingesetzte Narkotika dämpfen diese Urinstinkte." Aber: Eltern haben auch heute noch die gleichen Sorgen, Wünsche, Träume und Hoffnungen.
Nur, die werdenden Mütter sind heute älter, selbstständiger, erfolgreicher im Beruf. Da muss die Geburt auch zum Erfolg werden. Der Informationsbedarf wird eher im Internet gestillt, als die eigene Mutter, Großmutter oder die Freundin zu befragen. Eine Informationsflut die auf die werdenden Mütter herabstürzt, baut mitunter auch einen ungeheuren Druck auf. Den Druck: "Wenn ich alles mitmache, bekomme ich ein gesundes Kind". Aber dass das nicht immer so ist, müssen werdende Eltern leider auch immernoch erfahren. Der Begriff „Guter Hoffnung sein" trifft es, diesen sollten sich Mütter verinnerlichen. „Heute haben 35-jährige Mütter manchmal das erste Mal ein Baby auf dem Arm und gucken, als wollten sie fragen wo ist oben und unten".
In ihren Kursen sehe sie, was mit der einen oder anderen Mutter los ist, versuche dieser den Druck zu nehmen, sie zu motivieren auf ihre Urinstinkte zu vertrauen und begleite sie dabei. Denn nach der Geburt geht es ja erst richtig los, dann kommen die kurzen Nächte, die Bauchschmerzen des Babys, der „Tanz der Hormone" bei der Wöchnerin mit dem eigenen Anspruch alles schaffen zu wollen. Mann, Kind, Haushalt und perfekt aussehen. Geht nicht. Die Realität sieht anders aus. „Manchmal sehe ich schon an der Tür was mich erwartet" berichtet Sabine Balster, die den „jungen" Müttern den Rücken stärkt, sie bei der Bewältigung des Einstiegs in ein neues und oftmals völlig anderes Leben begleitet.
Im letzten Jahr hat sie 73 Familien betreut, im ersten Halbjahr diesen Jahres bereits 47. „Die Spitze habe ich in den Sommerferien erlebt, da musste die eigene Bügelwäsche auch mal liegen bleiben", sagt sie. Das was das statistische Bundesamt gestern meldete hat auch sie festgestellt. „Die Geburtenrate steigt wieder". Und." Das hab ich unserem Bürgermeister auch schon berichtet", erzählt sie lachend.
Am Samstag sind also alle Babys, die Sabine Balster einmal betreut hat eingeladen ihre Hebamme in der Zeit von 11 bis 18 Uhr bewusst kennen zu lernen. Und "Kugelbäuche"  sind natürlich auch willkommen

 

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