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"Nachrichtenzentrale" Gasthof Pannebäcker

Von Gaby Eggert
21.2.2019 Dämmerwald. Überall in Deutschland treffen sich Menschen an Stammtischen und reden. Übers neue Auto, den neuesten Klatsch, über Politik, oder über die Aufreger der Woche.

Einer der ältesten Stammtische in Schermbeck ist wohl der Rentnerstammtisch im Gasthof Pannebäcker, der in den 70er Jahren von Heinrich Moschüring gegründet wurde. Nachdem Tod ihres Mannes sitzt die 84jährige Hermine Moschüring- von ihren Enkeln liebevoll Oma Mine genannt- mit am (Stamm)Tisch. Man könnte auch sagen, sie ist so etwas wie „die Mutter der Kompanie“. Und dann steht sie auch schon mal hinter der Theke am Zapfhahn, um den Herren- aber nach 11 Uhr versteht sich- ein Bierchen zu kredenzen. „Vor elf werden Tee, Kaffee oder Capuccino mit Frostschutz getrunken“, scherzt Helmut Scholz. Und für den der es nicht weiß, der Frostschutz ist ein Amaretto.
Auch die Beerdigungen im Umfeld hat Hermine Moschüring im Blick, schaut wer mit wem fahren kann.
Die Stammtischler kommen aus Damm, aus Dämmer-und Weselerwald und manchmal auch aus Lackhausen. „Da stamm ich her“, erklärt Hermine Moschüring. Die Zahl der Teilnehmer schwankt. Waren es in den 80er Jahren immer um die 20 Herren, die sich trafen, sind es heute unter zehn. Der Grund: „Viele sind bereits gestorben,“ berichten die anwesenden Herren.



Im Gasthof Pannebäcker kann man nicht nur lecker essen - er ist auch ein bisschen so etwas wie eine Nachrichtenzentrale. Hier kommen Neuigkeiten an und hier werden sie auch weitergegeben. Am Stammtisch zum Beispiel. 
Egal ob ein Kind geboren wurde, jemand Geburtstag hat, Kaiser und Kaiserin geworden ist oder die Windräder und der Wolf. Kein Thema wird ausgespart. „Ich kann meiner Frau heute Mittag schon wieder was Neues erzählen“, sagt Günter Heikapell. Aber was er da erfahren hat, das will nicht verraten.
Wenn das Wetter entsprechend ist kommen einige Herren auch mit dem Rad. Und apropos Rad, da haben die Stammtischler schon ein Thema, was sie aufregt. Schon lange. Die Radwege in Dämmerwald nämlich. „Die Radtouristen schimpfen zu recht“, klagen sie. Die Wege wären in einem sehr schlechten Zustand und das nicht erst seit gestern. Sie wünschen sich sehr, dass hier endlich etwas geschieht.
Natürlich wird auch in der Historie gekramt und die alten Geschichten kommen auf den Tisch. Damals als Tante Berta noch lebte und in der Wirtschaft geholfen hat. „Wenn sie durch die Kellerluke nach unten musste, um ein neues Fass anzuschließen hat sich schon mal jemand mit dem Stuhl auf die Luke gesetzt und Tante Berta war eingesperrt“, erinnern sich die Rentner lachend und kommen so langsam in Fahrt. Die Geschichte von dem 14jährigen, der immer Geld und eine 6er Packung Orient in der Tasche hatte, die er auch freizügig am ausgebaggerten Kiesloch, an dem sich die jungen Menschen damals zum Schwimmen trafen, mit anderen teilte, machte die Runde. Oder die Männer erinnerten sich an den geplanten „Flughafen“ der in den letzten Kriegsjahren gebaut werden sollte und die vielen Waldarbeiter die in Dämmerwald jahrelang präsent waren. Und natürlich macht auch das eine oder andere schlüpfrige Witzchen die Runde.
Und dann ist es ach schon wieder 12 Uhr -der Stammtisch löst sich auf und es heißt „Bis nächsten Dienstag“.

 

 

 

 

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