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Schlingnatter c BSKW

„Schönheitskur“ für das Naturschutzgebiet Drevenacker Dünen – Ein Sandmagerrasen wird optimiert 

23.2.2026  Drevenack (pd). Meist hat man ein genaues Bild im Kopf wie eine schöne Blumenwiese auszusehen hat – Grashalm an Grashalm und Blume an Blume gereiht, dazu noch unzählig viele bunte Blüten. Das dieses Bild nicht immer im Naturschutz zutrifft, zeigt die Menge an Lebensräumen, die weniger auffällig bunt sind, aber nicht weniger wertvoll und schützenswert. Unter Schutz stehen die Lebensräume, die selten in unserer Landschaft (geworden) sind. Dazu gehören auch die sogenannten Sandmagerrasen. Wie der Name schon beschreibt, ist der Standort sandig, mager und somit auch trocken. Historisch wurden solche Böden meist aufgeforstet oder als Schafweide genutzt, Ackerbau lohnte sich nicht. Wachsen auf fettem Grünland allerlei Pflanzen in Hülle und Fülle, so fehlt aufgrund vom Nährstoffmangel dieses üppige Wachstum auf Sandmagerrasen. Hier stehen zarte, eher niedrigwüchsige „Pflänzchen“, die weder große Blätter noch Blüten tragen – dafür fehlt schlicht die Energie und die Pflanzen beschränken sich auf das Wesentliche.

Die Vegetation wächst insgesamt lückig und lässt immer wieder mal offene Bodenstellen durchblitzen. Klingt also eher nach Mondlandschaft, als nach schöner Natur. Aber ein genauer Blick lohnt sich und macht vielleicht Platz für ein neues Bild im Kopf: In der Luft liegt der intensive Duft von Wildem Thymian. Wildbienen fliegen von Blüte zu Blüte. Andere wiederum verschwinden in den Gängen ihrer Bodennester, die sie hier in den lockeren Sand gebaut haben. Silbergras glänzt in der Sonne. Eine Heidelerche landet zwischen der lückigen Vegetation auf der Suche nach Futter für ihre Jungen. Reglos liegt eine Schlingnatter in der Sonne und tankt Wärme. Sie ist mit ihrer braun-grauen Färbung getarnt, dass man sie fast übersieht. Später im Jahr zirpen hier die Heuschrecken um die Wette… Einfach herrlich, doch leider ein seltenes Bild in der heute meist intensiv genutzten Landschaft! Durch Nährstoffeinträge haben sich Sandmagerrasen verändert und die speziell an diesen Lebensraum angepasste Arten, Pflanzen wie Tiere, finden sich kaum noch.

So ein unter Schutz gestellter Sandmagerrasen befindet sich in den Drevenacker Dünen in Hünxe. Hier ist die Welt noch halb in Ordnung, doch ohne regelmäßige Pflege würde es auch hier bald ganz anders aussehen. Und die Probleme sind vielfältig: Wo vorher offener Boden war, wachsen nun wüchsige Arten wie Brombeeren, Birken und Besenginster. Diese beschatten den Boden und verbuschen das Offenland. Dank des Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ unter Projektleitung der Bezirksregierung Münster, konnte die Freistellung von Gehölzen und Sträuchern auf 1,9 ha Sandmagerrasen finanziert werden. Fachlich begleitet wird diese Maßnahme von der Biologischen Station Kreis Wesel und Krefeld e.V. sowie von Wald und Holz NRW.

Nach der Freistellung durch ein Forstunternehmen ist bis auf wenige, erwünschte Einzelbäume wie Eichen und Weißdorn, nur noch freie Sandfläche vorhanden. Hier kann sich dann wieder ein Magerrasen entwickeln, alleine durch die vielen verschiedenen Samen, die im Boden überdauern haben und nur auf ihren großen Moment gewartet haben: Durch den gelockerten, offenen Boden, der durch die Forstmaschinen entstanden ist, und der vollen Besonnung, können die hier erwünschten Pflanzen endlich wieder wachsen. Wie eine Verjüngungskur! Die Schafbeweidung der offenen bis halboffenen Bereiche im Naturschutzgebiet soll eine erneute Verbuschung verhindern. Voraussichtlich gegen Ende der Woche wird die Maßnahme abgeschlossen sein. Weitere Informationen zum Projekt und den zahlreichen Maßnahmen in NRW und Niedersachsen finden sich unter  www.sandlandschaften.de

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