v.l. Claudia Schulze, Thomas Bienbeck, Ingrid Bienbeck, Berthold Bienbeck, Ulla Bienbeck, Martin Schulze- Fotos Gaby Eggert
„Irgendwas ist immer- einfach ein Herz nehmen und auf den Vogel zielen.“
7.7.2026 Altschermbeck (geg). Das Silberkönigspaar in Altschermbeck ist in diesem Jahr Berthold Bienbeck und Ingrid Bienbeck. Dass die Bienbecks eine „schützenfestverrückte“ Familie ist, weiß wohl jeder im Dorf. Die Freude über ihre Regentschaft hält auch nach 25 Jahren noch an. Das wurde am Sonntag deutlich, als sie mit den Nachbarn von Silberkönig Berthold (Kilianstraße Süd) mit dem Kranz aufhängen den Beginn der Festwoche feierten. Mit Blaskapelle, Zelt, Tanz und Bratwürstchen.
Getreu dem Motto „Einfach mal machen“ schoss der damals 32-jährige Bienbeck vor 25 Jahren den Vogel ab. Er ist überzeugt: „Irgendwas ist doch immer was einen davon abhalten kann die Regentschaft zu übernehmen.“ Das Paar möchte jungen Leuten deshalb aus eigenen Erfahrungen mit auf den Weg geben nicht zu lange zu warten.
Berthold Bienbeck hatte den Königschuss schon zwei Jahre vorher geplant, aber das hat nicht geklappt. Am Kiliansmontag vor 25 Jahren habe er noch seiner Mutter auf die Frage, ob er es noch einmal versuchen würde mit „Nein“ geantwortet. Ja, und dann so gegen 15 Uhr, erinnert er sich, habe er spontan mit seinem Vetter Thomas besprochen, den Vogel von der Stange zu holen. Ins Boot nahmen sie noch Martin Schulze, wobei „Der hat gezielt daneben geschossen“, so Berthold Bienbeck lachend. Ingrid Bienbeck habe in der Schießpause erfahren, dass sie Königin werden würde. Verblüfft habe sie ihren Mann gefragt, wer denn dann ihr König werde. „Der hat mich nicht mal gefragt“, erzählt die Jubilarin lachend. Die Silberkönigin erzählt amüsiert „Bis heute hat der mich nicht gefragt“.

Auch Ehefrau Ulla Bienbeck wurde vom Königstitel ihres Mannes auf dem Weg zur Vogelstange überrascht. Sie habe Hermann Ostrop getroffen, der auf ihre Frage, ob der Vogel schon gefallen ist geantwortet habe: „Ja, irgendein Bienbeck ist König“. Im ganzen Trubel hatte Berthold Bienbeck völlig vergessen, seine Ulla anzurufen. Aber: „Wir haben starke Frauen, die machen das mit“, ist der Silberkönig überzeugt. Und wie reagieren die Ehefrauen: „Mit Humor“, so deren Antwort.
Natürlich hätte man damals auch den Einwand haben können, dass die Kinder der Bienbeck (zwischen vier Monate und sieben Jahre) zu klein sind. Aber Ingrid Bienbeck erinnert sich dankbar daran, dass die Familie, Nachbarn und Freunde alles geregelt hätten, so dass die Paare ihre Regentschaft ausgelassen genießen konnten. Nicht zu vergessen natürlich der Vorstand des Vereins, der ihnen zur Seite stand. „Das Paar resümiert: „Das ist perfekt gelaufen“.
Gern erinnert sich das Silberkönigspaar an so manches Döneken, die es zahlreich gegeben habe. Eines davon sind die Bratkartoffeln von Paula Schlebusch. Diese hatte ihrem Nachbarn Bernthold versprochen ihm eine Pfanne Bratkartoffeln auf den Thron zu bringen. Das machte sie dann auch. „Mit einem Ei und eine Gurke für jeden“, erinnert sie sich lachend. Aber sie wurde am Eingang erstmal gestoppt. Die Security fand es merkwürdig, dass eine Besucherin mit einer Pfanne in der Hand das Zelt betreten wollte und hat sich erstmal vom Inhalt überzeugt, bevor Paula Schlebusch eintreten und das frisch gebackene Königspaar die Bratkartoffeln genießen durften.
Die Botschaft des Paares lautet: „Irgendwas ist immer- einfach ein Herz nehmen und auf den Vogel zielen.“
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