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„Ich bleib ja in Schermbeck“

Von Gundis Jansen-Garz
29.6.2018 Schermbeck. Nach 41 Jahren geht Schermbecks Dienstälteste Ärztin am 30.6. in den Ruhestand - aber nicht weg

 

„Ich bin jeden Morgen gerne und motiviert zur Arbeit gegangen“ – wer kann das schon von sich sagen? Die 75jährige Dr. Hille Ammenwerth ist Ärztin aus Leidenschaft und verabschiedet sich nach 41 Jahren als Schermbecks Hausärztin von ihren Patienten. Doch sie weiß ihre Praxis in guten Händen, denn mit Sohn Helge, Schwiegertochter Dr. Philine Ammenwerth  und Dr. Katrin Thiehoff hat sie ihre Nachfolge gut aufgestellt.


Bürgermeister Mike Rexforth verabschiedete die engagierte Medizinerin mit einem Blumenstrauß. „Wir haben in Ihnen stets eine zuverlässige Ärztin gehabt, die sich um die ganze Familie eines Patienten gekümmert hat. Arzt zu sein, ist ein Beruf, aber Sie haben diesen Beruf als Berufung gesehen – das geht nur mit Leidenschaft und Talent, Menschenfreundlichkeit und viel Geduld. Dafür danken wir als Gemeinde.“
Nach dem Studium hat die angehende Ärztin zunächst in Hamburg ihre Facharztausbildung gemacht. Der Studienkollege Wilhelm Ammenwerth bat sie, mit in seiner Schermbecker Praxis zu arbeiten. Gesagt, getan – so kam sie nach Schermbeck und blieb. „Der Liebe wegen“, sagt die 75-Jährige, denn aus den Kollegen wurde ein Paar und schließlich eine Familie mit vier Kindern.

„Das waren damals andere Zeiten, wir konnten hier über der Praxis wohnen und waren stets für unsere Kinder ansprechbar. Viele mögen das heute nicht mehr, aber für uns war es die einzige Möglichkeit, dass wir beide praktizieren konnten.“ Es ist ja auch nicht so einfach, rund um die Uhr erreichbar zu sein, aber was soll ein Arzt machen, „wenn plötzlich "ein Herzinfarkt" vor der Tür steht!“ Und ganz so schlimm kann es ja nicht gewesen sein, denn „sonst hätte Helge ja nicht auch Medizin studiert. Ich freue mich, dass er und seine Frau Philine den Schritt wagen, hier weiter zu machen“, sagt Hille Ammenwerth und man spürt die Erleichterung darüber, die Praxis in Familienhände zu geben.


Die Arbeit eines Hausarztes hat sich in den vergangenen 30 Jahren verändert, resümiert sie. Ebenso die Krankheitsbilder:„Heute gibt es viel häufiger psychische Probleme.“ Und Bagatellkrankheiten - vor allem bei Kindern - werden behandelt. „Wo die Schule heute nach zwei Tagen bereits ein Attest möchte, blieben die Kinder früher im Bett, bis die Erkältung auskuriert war.“ Weniger Alkoholprobleme gibt es dagegen unter ihren Patienten. „Vielleicht habe ich auch hin und wieder mal erzieherisch einwirken können“, schmunzelt sie. Das sei überhaupt auch so eine Sache, denn die Schermbecker sind ihr ans Herz gewachsen, es entstanden Freundschaften und Beziehungen untereinander. „Es gibt Weniges, das dem Zufriedenheitsgefühl – manchmal sogar Glücksgefühl – eines verantwortungsvollen Arztes so nahekommt, wie dankbare Blicke eines geheilten Patienten“, die scheidende Hausärztin ist zufrieden mit ihrem Lebenswerk.
Jetzt bleibt hoffentlich noch genügend Zeit für das neue Haus, den Garten und jede Menge Ausflüge in die Umgebung. „Und jeden Donnerstagnachmittag gehe ich in Schermbeck einkaufen. Das dauert immer sehr lange, weil ich so viele liebe Menschen treffe“, sagt Dr. Hille Ammenwerth und verdrückt ein kleines Tränchen.

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