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Der MGV und die dicken Bohnen

12.11.2018 Schermbeck. Dicke Bohnen, Speck, Bier, Korn, Wacholder, Gesang und der MGV Eintracht- das gehört einmal in Jahr seit unzähligen Jahren  zusammen.

Es gibt nun wirklich jede Menge Bohnen, die blauen aus den Italowestern, die weißen aus den vielen italienischen Leibgerichten, die gelben aus den meist zwiebelreichen eher germanischen Salaten, die dunkelroten aus dem Chili con carne in Mexico, die Strauch-, die Stangen-, die Buschbohnen, nein! Die alle nicht! Dicke Bohnen müssen es sein. Und das seid nunmehr 47 Jahren.
Warum? Nun, Frauen wissen, dass Männer immer dann, wenn die Stimmung bei Festivitäten dem Höhepunkt zustrebt, gefährdet sind. Natürlich sind Männer stark und ehrgeizig. Aber in solchen Situationen besonders. Da wundert es nicht, dass auch mal zwei aneinander geraten und jeder von sich behauptet, er sei besser als der andere.

So auch in jenem denkwürdigen Jahr 1971 als zwei Sänger des MGV Eintracht hier in Schermbeck nicht nachgeben wollten und jeder von sich behauptete, er habe die dickeren dicken Bohnen. Was macht man in einem solchen Fall? Nun, es gab in der damaligen Runde auch noch den einen oder anderen besonnenen Sängerkollegen.
Die meitnen, dass dieser kleine Zwist doch leicht zu beseitigen sei. Gebt die Bohnen doch der Wirtin des damaligen Vereinslokals Dörnemann. Sie soll sie zubereiten und dann werden wir ja sehen, wer Recht hat. Und so geschah es auch.
Ob nun Bernhard Entrup oder Hermann Finkin gewonnen hat, dass geben die Annalen des Vereins nicht mehr her. Für die weitere Geschichte ist das aber auch völlig unerheblich. Lecker war es. Und darüber vergaß man den Streit und genoss das Essen, krönte es mit einigen kühlen Blonden und sang nach Sängerart zunächst noch vierstimmig, später eher laut vom Bajazzo, von dem Fass im tiefen Keller, vom Oberland droben und schließlich von der weißen Maus, die dich sicher nach Hause bringt, wenn du beim Fahren auf Bremse und Gas zugleich trittst.


Schön muss es gewesen sein. Auch den Ehefrauen muss es gefallen haben, denn man beschloss spontan, so ein Ereignis im folgenden Jahr zu wiederholen. Doch woher die dicken Bohnen nehmen? Zwei Streithähne gab’s nicht mehr. Aber beim MGV Eintracht gibt es jedes Jahr Sänger mit rundem oder halbrundem Geburtstag. Und die ließen sich nicht lumpen. Zu Bohnen gehört Speck und zum Speck das Bier und zum Magenwohl auch der Korn oder der Wacholder.
So folgte Jahr auf Jahr und auch heuer war’s nicht anders. Die Personen haben gewechselt und auch die Art der Zubereitung, das inzwischen traditionelle „Dicke-Bohnen-Essen“ blieb. An Samstag trafen sich an die 40 Sänger, Ehefrauen bzw. Lebensgefährtinnen und freuten sich auf das Fest in diesem Jahr. Und weil wir den Spendern so dankbar sind, sagen wir hier in der Öffentlichkeit auch, dass Josef Sobotta das Fleisch spendierte.

 

Neben dem Speck gibt ’s in der Zwischenzeit auch geräucherte Wurst und Kassler. Die dicken Bohnen spendeten Christel und Lothar Winkelmann, die beide vom Fach sind und alles exzellent zubereiteten. Aus den dicksten dicken Bohnen sind inzwischen die kleinen, schmelzzarten geworden, angemacht mit einer leichten und dennoch sahnigen Sauce, verfeinert mit einem Hauch Säure. Dazu spendeten sie auch den Wirsing, aromatisiert mit kleinen Speck- und Zwiebelwürfelchen und die Butter-Kartöffelchen. Alle schwelgten und schwärmten. Selbst Skeptiker trieb es ein zweites Mal zum Gemüse- und Fleisch-Rechaud – oder Chafing-Dish, wie die Insider sagen. Keine Frage, auch 2018 tranken wir dazu ein von Reiner Hülsmann spendiertes, kühles Fassbier.


Und – wie schon vor 47 Jahren - gab ’s danach reichlich Musik und Gesang mit unserem Chorleiter Jörg Remmers am Klavier und Erich Zydeck an der Gitarre. Wer nun meint, das war ’s, der erlebte ein wenig später noch eine Überraschung: Heinz Passmann griff in die Tasten und legte einen rhythmischen Medley hin, nicht nur von Bonny, der über den Ozean zurückkommen soll bis hin zum Hamborger Veermaster, sondern auch vom allerfeinsten. Lange wurde noch geklönt bis Fass und Teller leer waren und der Vorstand zufrieden feststellen konnte, dass der MGV nach 153 Jahren Vereinsgeschichte immer noch lebt.

Text Dr. Wolfgang Kimpenhaus
Fotos Reinhard Gardemann

 

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