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Traumjob Stuntman- Nikolai Mohr doubelt Schauspieler in vielen Filmen

Von Julian Schäpertöns
14.3.2018 Schermbeck. Er prügelt sich, springt von Häusern, lässt sich anzünden – und verdient damit sein Geld. Nikolai Mohr ist Stuntman.

An Filmsets übernimmt der Schermbecker die gefährlichen Szenen für die Schauspieler. Auch manchen Hollywoodstar hat der 31-Jährige schon gedoubelt.

 

Angst – die darf man als Stuntman natürlich nicht haben. Von einem hohen Gebäude springen, einen Autocrash verursachen oder bei einer wilden Schießerei dabei zu sein, gehört für Nikolai Mohr zum täglichen Geschäft. „Allerdings darf ein Stuntman nicht den Respekt vor der Sache verlieren“, sagt der Schermbecker. „Man sollte kein ‚Kopf-durch-die-Wand‘-Typ sein.“ Denn egal, wie gefährlich etwas nachher im Film aussieht: hinter den Stunts stecken viel Planung und Vorbereitung. Ein kalkuliertes Risiko sozusagen.

Klar müsse er ab und zu mit ein paar blauen Flecken und Prellungen leben. „Doch schwer verletzt habe ich mich bis jetzt zum Glück noch nie“, erzählt Nikolai und klopft auf Holz. Wenn man die Stunts richtig vorbereitet, kann so gut wie nichts passieren, versichert er. „Es soll ja nur so aussehen, als wäre es eine gefährliche Situation. Man muss gut einschätzen können, was man macht und die Stunts gewissenhaft und nach Plan durchführen.“ Gelernt hat er alles von der Pike auf bei seinem Vater Michael Mohr, der seit den 1980er Jahre als Stuntman arbeitet.

Nikolai ist gerade mal acht Jahre alt, als er seinen ersten Stunt macht. „Das war damals für die RTL-Serie ‚Die Motorrad-Cops‘“, erinnert sich der heute 31-Jährige. Gesucht wird damals ein kleiner Junge, der von einem Baucontainer springt. „Ich hab das damals als Spiel gesehen. Ich durfte etwas, was andere nicht durften. Das hat Spaß gemacht“, so Nikolai. Schon in frühen Jahren begleitet Nikolai seinen Vater öfter an Filmsets und zu Stuntshows. Interessiert schaut er zu. Die Faszination seines Vaters für aufregende Actionszenen färbt auf ihn ab. „Wenn der eigene Vater so einen spannenden Job hat, ergibt sich das einfach, dass man auch so etwas machen will.“



 

Als der Bavaria Film Park 1992 in Bottrop-Kirchhellen eröffnet und Michael Mohr das Angebot erhält, dort die Stuntregie der Actionshow zu übernehmen, zieht die Familie von München nach Schermbeck. Der junge Nikolai besucht die Freie Waldorfschule Gladbeck, darf neben der Schule aber immer mal wieder vor die Kamera. Nach seinem Abitur und einem Jahr im Ausland startet Nikolai Mohr richtig durch. Von 2007 bis 2010 spielt er in der „Crazy Action Stunt Show“ im Movie Park mit. „Dort habe ich richtig viel dazu gelernt und die Grundlagen vertieft“, erzählt der Schermbecker. „Vieles ist einfach ‚Learning by Doing‘.“ Denn eine richtige Ausbildung zum Stuntman, die gibt es nicht.
Trotz der regelmäßigen Auftritte in der Stuntshows und Filmdrehs will Nikolai noch „etwas Vernünftiges“ lernen und sich eine solide Grundlage schaffen. So beginnt er in den Niederlanden BWL zu studieren. Schließlich will er auch das Geschäft verstehen und die Stuntfirma seines Vaters irgendwann übernehmen. „Neben der praktischen Seite des Jobs gefällt mir auch der theoretische Part sehr gut“, sagt Nikolai Mohr. In seinem Büro im Schermbecker Gewerbegebiet schreibt er Konzepte für Shows, koordiniert Drehs und führt das Geschäft seiner eigenen Firma „Youstunt Concepts“, die er 2010 gegründet hat.„Schon während meiner Zeit im Movie Park kamen immer viele Menschen nach der Show und haben gefragt, wie man so etwas lernen kann“, berichtet Nikolai Mohr. So kommt er auf die Idee, Workshops und Veranstaltungen für Gruppen anzubieten. „Wir wollten die Branche für jeden zugänglich machen und den Leuten zeigen, was unseren Beruf ausmacht.“

Mit seiner eigenen Firma „Youstunt Concepts“ erweitert Nikolai sein Spektrum als Stunt- und Geschäftsmann. Er bietet nun auch für Firmenevents die passenden Entertainment-Kon­zepte, Actionfotoshootings und unterhaltsame Workshops an. Im Dorf Münsterland zeigt das erfahrende Stuntteam rund um Nikolai in verschiedenen Kurzlehrgängen wie eine Filmschlägerei funktioniert, man von einem acht Meter hohen Turm fällt oder ohne großes Risiko in Flammen steht. Besonders bei Firmen und Junggesellenabschieden ist der Einblick in das Einmal-eins des Stuntman besonders beliebt.
Als Stuntman sieht jeder Tag für Nikolai anders aus. Er besucht unterschiedliche Sets, arbeitet mit verschiedenen Schauspielern und Regisseuren zusammen und reist dabei durch ganz Deutschland. Von Nord nach Süd, von West nach Ost: Nikolai ist immer dort, wo gerade gedreht wird. „Meine Freunde nennen mich schon Trucker“, schmunzelt er. Dabei weist er schon ein beeindruckendes Portfolio auf. Ob in diversen Tatort-Folgen, Aktenzeichen XY oder SOKO Leipzig – Nikolai war schon bei zahlreichen, großen Produktionen dabei. Auch, wenn man ihn nicht immer direkt erkennt. „Im Tatort habe ich oft die Leiche gespielt“, erwähnt er. Auch mit echten Hollywoodstars hat er bereits gedreht. Im vergangenen Jahr hat er zum Beispiel Joseph Gordon Levitt gedoubelt, der Szenen für seinen neuen Thriller „7500“ in Deutschland gedreht hat. Auch mit Hilary Swank und Helena Bonham Carter hat der Schermbecker schon zusammen am Set gestanden.

Wichtig sei es neben der Sportlichkeit und Körper­beherrschung als Stuntman gut Leute imitieren zu können. Schließlich soll der Zuschauer vor der Leinwand nicht merken, dass gerade gar nicht der Schauspieler zu sehen ist, sondern ein Double. Nicht nur Kleidung und Frisur werden vom Schauspieler kopiert. Auch die Bewegungen muss Nikolai vorher studieren, damit der Trick nicht auffällt. Durch sein jugendliches Aussehen kriegt der 31-Jährige oft jüngere Rollen. „Ich spiele manchmal auch 18-Jährige“, berichtet Nikolai. Und ab und zu schlüpft Nikolai sogar in Frauenkleidung. Auch das gehört zu seinem Job dazu. Selbst in die Rolle des beliebten Kinderhelden Benjamin Blümchen (eine Realverfilmung soll 2018 in die Kinos kommen) ist Nikolai schon geschlüpft. Für den Stunt musste er sich einen grünen Spezialanzug anziehen. Nikolais Bewegungen werden später am Computer animiert und der beliebte Elefant erwacht so als 3D-Figur auf der Leinwand zum Leben.

Auch wenn Nikolai viel in Deutschland unterwegs ist, so ist er doch in Schermbeck fest verwurzelt. „Meine Familie und Freunde sind hier, in Schermbeck ist unser Büro“, so der 31-Jährige. Auch sein Bruder ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Seine Schwester hat sich für einen anderen Weg entschieden, doch kann es auch nicht lassen, ab und zu mal vor der Kamera zu stehen. Schermbeck ist für Nikolai seine Heimat. „Hier ist es schön ruhig“, sagt er. Jenseits vom Trubel der großen Filmsets kann er hier abschalten. Bis es wieder weiter geht. Ans nächste Set, ins nächste Kostüm, in die nächste Actionszene... js

Mehr Informationen zu den Stuntworkshops finden Sie unter
www.youstunt-concepts.de

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