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Elisabeth Stein- die Kronjuwelenkönigin der Altschermbecker Gilde erinnert sich

Von Gaby Eggert
20.6.2024 Altschermbeck. Wenn eine ehemalige Königin zum Frühstück einlädt, dann geht man dahin. Und wenn es die erste Königin nach dem Krieg ist, dann sowieso. So besuchten Gregor Zens, der Präsident der Kiliangilde Altschermbeck, Christopher Timmermann, Ralf Schlebusch, Daniel Wachtmeister und Stefan Linden kürzlich ihre Kronjuwelenkönigin Elisabeth Stein, geborene Schulte Bocholt. Die 96-jährige gebürtige Uefterin wurde im Jahr 1949 im Altschermbecker Königreich Schützenkönigin an der Seite von Ernst Grüter. Und sie hatte viel zu erzählen- die Erinnerungen sprudelten nur so aus ihr heraus. Denn geistig ist sie topfit, nur körperlich ist sie seit einer Krankheit etwas angeschlagen, so dass sie das Schützenfest nicht besuchen kann.
Im Jahr 1949 wurde das Traditionsfest das erste Mal wieder gefeiert und auf einen Vogel geschossen, um einen König zu ermitteln - allerdings mit einer Armbrust, da zu der Zeit die Benutzung von Feuerwaffen noch verboten war.

Von der Königinnenwürde überrascht
Die 21-jährige Elisabeth Schulte Bocholt wurde von der Königinnenwürde völlig überrascht. Sie erinnert sich: „Ich war in Freckenhorst auf der Landwirtschaftsschule und hatte drei Tage Heimaturlaub.“ Der Grund war nicht das Schützenfest, sondern die Heimkehr ihres Bruders Theo aus der russischen Gefangenschaft. Zufällig fiel das mit dem Schützenfest zusammen, welches sie mitfeierte. Am Montagnachmittag - „Ich war im Garten und hab Himbeeren genascht, als ich ein Spektakel auf dem Hof hörte“- kamen Offiziere der Gilde zum Hof geritten, um der jungen Frau mitzuteilen, dass sie als Königin erwählt worden sei. Völlig überrascht habe sie auf Offiziere geblickt, die vor ihr in die Knie gegangen wären und sagten: „Du bist Königin“. Entsetzt habe sie geantwortet „Nein das geht nicht, ich muss doch morgen früh zurück zur Schule“. Der Vater hatte vor, sie einfach krank zu melden, da eine solche Ehre nicht abgelehnt werden könne. Aber: „Meine Mutter hat gesagt, wir bleiben bei der Wahrheit – ich rufe in der Schule an und gebe Bescheid.“ Rückblickend sagt die Jubilarin, dass das die richtige Entscheidung war, denn die Krankmeldung hätte ihr Ärger eingebracht. Ein Lehrer kam aus Erle und hatte ihre Königswürde natürlich mitbekommen. Elisabeth Stein ist überzeugt: „Ich wäre von der Schule geflogen.“
So stimmte sie also zu und erlebte ein tolles Fest. Ein Kleid war schnell gefunden, sie hatte ein langes im Schrank, denn die Schwester hatte kurz vorher geheiratet. Ihr König war Ernst Grüter. Ehrenpaare waren: Josef Deiters und Elisabeth Wipping, sowie Hubert Marienbohm und Elisabeth Hohenhinnebusch.

"Die sieht nett aus- die wird Königin"
Was heute gar nicht mehr möglich ist- König Ernst Grüter hat bei der Wahl der Schützenkönigin gar nicht mitgewirkt. Das Paar kannte sich nicht, nur vom Sehen, wie die Jubilarin erzählt. Sie lacht als sie erzählt, dass der Vorstand sich abends die jungen Damen bei Feier angesehen und mit Blick auf die Uefterin beschlossen hat: „Die sieht nett aus, die wird Königin.“ So gab es quasi schon eine Königin, noch bevor es einen König gab. Aber: „Ich konnte das gar nicht richtig genießen, da ich immer mit einem schlechten Gewissen an die Schule dachte.“
Bei ihrer Rückkehr nach Freckenhorst berichteten ihre Schulkolleginnen dann auch, dass der Schulleiter getobt habe und er es nicht richtig fand während der Schulzeit Schützenfest zu feiern. In weiser Voraussicht habe sie sich den „Stoff“ der Fehltage geben lassen und am Abend mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelernt. „Gut, dass ich das gemacht habe, ich wurde abgefragt und weil ich alles wusste, war der Vorfall dann vergessen.“ Deutlich in der Erinnerung ist ihr auch ein Museumsbesuch der Schülerinnen in Münster geblieben. Sie erzählt: „ Als wir dort ankamen, kam auch ein Bus aus Schermbeck und plötzlich rief jemand aus den Reihen der Männer die sie erblickten: „Achtung still gestanden“. Die Schermbecker beschlossen auf das Zusammentreffen einen zu trinken. Doch zum selbst gebrannten Schnaps aus Eierbechern, musste sie von den Schermbeckern überredet werden. Und hat sie ihn getrunken? „Ja ich habe einen mitgetrunken“, lacht die Jubilarin.

Schwein verkauft um Freibier bezahlen zu können
Das Schützenfest im Jahr darauf feierte Königin Elisabeth dann entspannter. Sie hatte ihre Ausbildung abgeschlossen und konnte das Fest genießen. Aber teuer sei es gewesen. Da sie als Königin den Schützen Freibier spendieren musste, hätten die Eltern für die Finanzierung ein Schwein verkauft.
Ihre Krone durfte sie bis zum folgenden Fest und dem Regentenwechsel Zuhause behalten, in der Schublade habe sie gelegen, erinnert sie sich.
Elisabeth Stein kann sich noch genau an ihr Kleid für das Fest im Jahr darauf erinnern- blau meliert sei es gewesen. Als Blumenbouquet hat sie sich gelbe Rosen gewünscht. Und da diese in Schermbeck und dem Umkreis nicht zu bekommen waren, sei der Vorstand dafür sogar nach Recklinghausen gefahren. Getragen hat sie weiße Handschuhe, die sie abends schnell durchgewaschen hat, damit diese am anderen Morgen wieder frisch waren. Die Männer trugen einen schwarzen Wrack und einen Zylinder. Vier Tage wurde gefeiert. Christopher Timmermann meinte beim Anblick der alten Fotos und den schwarzen Anzügen: „Das sieht Klasse aus, das würde ich heute auch wohl einführen wollen.“ >
Die Zeitung schrieb damals: „Mit einem rauschenden Krönungsball im Festzelt, klang das diesjährige Kiliansfest am vierten und letzten Festtag würdig und stilgerecht aus.

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